Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

Note 1.

385

aus nicht erfahren, auf welche Begebenheiten sie sich beziehen. Die Inschriftenim Anfang sind, wie alle ägyptischen auf anderen Monumenten, nichtssagend,größtentheils Lobhudeleien auf den König. Man liest nur heraus AmmonScheschenk und Allgemeines über Siege, die dieser errungen. Das Wesentlichsteist in der Anrede des Gottes enthalten. Ammon redet Scheschenk an (nachBrugsch's Uebersetzung):Ich habe gewährt, daß die Völker des Nordens zu dirkommen, sich vor dir niederzuwersen! und daß die des Südens der Größedeines Namens unterworfen wurden. Ihre Könige warfen sich auf ihren Bauch,denn sie sind in ihren Thälern uiedergeworfen worden. Wären ihrer noch soviele, so wären sie doch nichts gewesen. Das Unglück traf sie, und sie waren,als wären sie nicht geboren worden." Diese Anrede giebt auch nicht eineneinzigen individuellen Zug und keine Andeutung, welche Völker Scheschenk be-siegt hat, und welche unter den Völkern des Nordens und des Südens zu ver-stehen sind. Zur Orientirung möge vorausgeschickt werden, daß auf dem Scheschenk-Denkmal im Ganzen 156 Halbsiguren mit Schildern abgebildet sind, die sämmt-lich durch eine Linie um den Hals als Gefangene dargestellt sind. Zuerst wegenRaummangels 5 Reihen zu je 13, zusammen 65, dann bei erweitertem Rande4 Reihen zu je 17, zusammen 68 und endlich eine letzte Reihe von 23. DieSchilder der letzten Reihe sind völlig leer von Inschriften. Champollion,Rosselini, Bunsen und andere Aegyptologen hatten von den 133 lesbaren In-schriften nur drei dcchiffrirt, nämlich: Nalianma oder Zlaünoina-Lall,ferner Laitbuareu oder Laitbaroua-Iiali und Zlairtaa oder Nairtaü-Xab. Diese wurden von denselben entziffert als Zkaolianaim, Lsblioronund UsZ'iääo. Aus diesen zwei Namen, LlsKickclo und Aaokauaim, wurdegefolgert, daß Schischak nicht bloß gegen Juda, sondern auch gegen Israel Krieggeführt und nicht bloß diesseits, sondern auch jenseits des Jordans Städteunterworfen habe. Das verstößt aber gegen den Wortlaut der biblischen Er-zählung, daß Schischak nur Rehabeam besiegt und nur feste StädteJudäa's unterworfen hat. Im weiteren Verlauf entzifferte Brugsch noch mehrStädtenamen in den Schildern (geogr. Jnschr. a. a. O,, S. 59 fg.) und bemühtesich per kas st uetas entsprechende Lvcalnamen aus der Bibel dafür zu setzen,nämlich I-bata Rabbitii?; laankan laanaeb; Lnmaa Leiiunsm;Latsnraa rva; I-Iiabaa. Leiiod; Lapulwaa Hopimraiin (?);^.cilma, ch.ckoraiw; (jbaana Nibson; Hacimt Xscieinotli; .4su1n Ljalon; ^.rng, Lg'Ion; Laima --- lliblsam; 2ackptl nx oder'ms ix??; rivbp; 8aulra Loelio; Lattapu nwn nw?

-4.balaa L.dei; ^ckmaa omn und noch andere Unmöglichkeiten. DenNamen lluäbmalli erklärte Brugsch als Stadtnamen, was auch nach dem Voran-geschickten nicht anders sein kann. Aber welchem hebräisch-geographischen Namendiese Hieroglyphe entsprechen soll, ist ihm selbst rkthselhaft geblieben, am meisten dieDeutung des llucllimaik. Er bemerkt darüber S. 63:Will man das ägyp-tische ll hinter Jud als den hebräischen Artikel ansehen, und nicht zu Jud ziehen,so würde der Name des Ortes ibo.i m.m, im anderen Falle gbv gelautethaben. Findet sich nun eine solche Ortsbenennung vor? In der altenpalästinensischen Geographie nicht; dagegen ist zu benierken, daß einzelne Ort-schaften im heutigen Lande den gewiß aus dem Alterthume her überkommenenNamen ffsliuckissb, gewöhnlich mit dem Artikel sl-llslnulissb, führen."

Nach Brugsch's Auslegung müßte man annehmen, daß Schischak's Eroberungsehr weit im Norden und bis jenseits des Jordans gereicht habe. Gegen dieseAnnahme sprach sich mit Recht ganz entschieden Blau aus (Zeitschrift d. D. M.

Graetz, Geschichte der Juden. II. I. 25