Woten.
i.
Schischak's (Kchefchrnk) Zug gegen Inda.
Als Champollion der Jüngere zuerst 1828—29 in einem Saale zu Karnakin Bas-Relief einen König mit Namen purv (Scheschenk) entdeckte und dabeiunter vielen anderen Figuren von Gefangenen eine bemerkte, welche in einemSchilde den Namen und mit dem Zusatz Last (Land), also „König
des Landes Juda", las^), war die Freude der Forscher groß. Scheschenk derHieroglyphen ist nichts anderes als der peoe- der Bibel und der Üssonostl? oder8s8vnostos1s der Manethonischen 22ten Dynastie. Durch hieroglyphischs In-schriften und Figuren schien nicht nur die biblische Relation von dem Kriegs-zugs Schischak's gegen Juda bestätigt, sondern auch das Porträt des KönigsRehabeam erhalten. Denn die Figur des Gefangenen mit dem Namen äuäst-Aalst konnte doch wohl nichts anderes als der König des Landes Juda sein.Diese Entdeckung ging als Faktum in die betreffenden Geschichtsbücher über.Hinterher zeigte es sich indeß als eine halbe Täuschung; dis Inschrift kannnämlich nicht „König von Juda" bedeuten, folglich können diese Inschriften undFiguren nicht auf die biblische Relation Licht werfen. Bunsen behauptete noch1856: die Inschrift bedeute Juda König, ja auch noch I86V Buntschli (in HerzogReal-Encycl. XII. 599 sselbst noch Ebers bei Riehm-Bäthgen 8. v. Sisakj),während schon Brugsch diese Auffassung als einen Jrrthum bezeichnet undnachgewiesen hat, daß es vielmehr den Namen einer Stadt bezeichnen müsse(Geographische Jnschr. ägypt. Denkmäler II, vom Jahre 1858 S. 62 fg. undstiotoirs cl'Lß'z-pIs 227 vom Jahre 1859 sSo auch W. Max Müller, Asien undEuropa nach altägyptischen Denkmälern, S. 167j). Sonderbar genug ist es, wieman so lange diesen Jrrthum conserviren konnte, da doch das Wort Last,welches „Land" und „Ort" bezeichnet, darauf hätte führen müssen, daß luästAalst Last unmöglich weder Königreich Juda, noch Juda König, noch sonstetwas dergleichen bedeuten kann (Vergl. über den Zwang, der dieser Inschriftangethan wurde, Losselini, mcwuinsnll äslst sttzillo IV, p. 158, Note).Sämmtliche Halbfiguren haben ganz dieselbe Physiognomie ohne einenindividuellen Zug. Folglich kann die 29te Figur ebensowenig den gefangenenKönig Rehabeam darstellen, wie die übrigen 155 Halbfiguren. Endlich wurdedoch Rehabeam nach der biblischen Relation nicht in Gefangenschaft geführt,sondern blieb auf seinem Throne. Wie kann er als Gefangener vorgeführtworden sein? Alle diese Einwürfe haben die Aegyptologen nicht beachtet.Bunsen giebt noch das Bild des Gefangenen mit dem Schild (Aegypten IV,S. 268) mit der Angabe „Juda vor Sisak" und will damit noch andeuten,daß die Figur Juda den König Rehabeam darstelle. Kurz, aus den Figurenund Inschriften ohne Zuhilfenahme der biblischen Relation würde man durch-
") Lstswpollion, letties eorites äs l'LZ'xpts en 1828—29, karis 1833.