Jeremias letzte Klage.
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Sie wurden vernachlässigt und mußten ihren Traum, durch die HülfeAegyptens in ihre Heimath zurückzukehren, aufgeben. Jeremia scheintdiese Wandlung noch erlebt zu haben. Verspottet von seinen Stammes-genossen, daß sich seine Prophezeiung wider Aegypten nicht bewährthabe, als wenn ihn Gott verlassen hätte, scheint er noch im Alter überVerfolgung geklagt zu haben:
„Du bist meine Hoffnung. Herr, meine Zuversicht von Jugend an,
„Auf dich stützte ich mich von Mutterleib an,
„Von Mutterschaf! an bist du meine Macht,
„Von dir klingt mein Lied stets.
„Wie ein Thor ward ich für Viele,
„Du aber bist meine Schutzmacht
„Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters,
„Beim Schwinden meiner Kraft verlaß mich nicht,
„Tenn meine Feinde sprachen zu mir,
„Und die auf mein Leben lauern, beriethen sich zusammen:„Gott hat ihn verlassen, verfolgt und ergreift ihn;
„Denn er hat keine Annehmer"
„Herr du hast mich von Jugend an belehrt,
„Und bis jetzt verkündete ich deine Wunder,
„Bis zum Alter und Greifenalter verlaß mich nicht.
„Du hast mich erblicken lassen viel Noth und Unglück,
„Hast mich aber wieder zum Leben gebracht
„Und mich aus den Tiefen der Erde hinaufgezogen ^)".
Seine weiche Seele mag im Alter noch trauriger geworden sein,weil es ihm nicht gelungen war, aus „Gemeinem Edles zu ziehen",Seine Umgebung, der Ueberrest Juda's in Aegypten, verharrte in seinerThorheit und Herzenshärtigkeit. Aber Jeremia's Mühe war dochnicht umsonst. Die Samen, die er ausgestrent hatte, gingen auf einemandern Boden, von prophetischen Genossen gepflegt, herrlich auf. SeineBerufung, nicht bloß zu zerstören, sondern auch zu bauen und neu zuPflanzen, hat sich in einem anderen Kreise bewährt.
') Ps. 71. Er hat viele Parallelen mit Ps. 31. Diesen halten mehrereAusleger für Jeremianisch, aber Ps. 71 paßt noch viel besser auf Jeremia's Lageim Alter. V. 5-6 und 17 erinnert an Jeremia 1, 5 nrn 1222
por-ip.-! vn-m. Ps. 71, 6; und Ps. 22, 10 m:, sind wohl Corruptelen). V. 7giebt keinen Sinn, wenn man nicht aus ns ,22 macht: mL-, 22 . sVgl. jedochVA. 28, 46, worauf Keßler hinwsist.j Allerdings mag der Ps. von einerspäteren Uebsrarbeitung sein, aber die hervorgehobenen Verse können nur vonJeremia stammen sAuch Hitzig, Delitzsch und Kehler möchten den Psalmfür jeremianisch Haltens.