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Geschichte der Juden.
gehört haben, der Himmelskönigin zu opfern, hatten wir Mangel anallem und kamen durch Schwert und Hunger um. „Uebrigens", sosprachen die Weiber weiter, „vergöttern wir denn die Himmelsköniginohne unsere Männer?" Dieser Frechheit gegenüber erklärte Jeremia: „Er-füllet nur eure Gelübde, alle Judäer im Lande Aegypten werden um-kommen. Nur wenige Schwertentronnene werden von Aegypten in'sLand Juda zurückkehren. Diese werden erfahren, wessen Wort bestehenwird, das meinige oder das ihrige". Zum Zeichen dessen verkündete er,daß der König Hophra, auf den sie so sehr bauten, in die Hand seinerFeinde fallen werde, wie Zedekia in Nebukadnezars Hand gefallen sei*).
In dieser Zeit (um 571) scheint Nebukadnezar ein großes Heergegen Aegypten geführt zu haben. Den Plan, den er seit dem Beginnseiner Regierung gehegt hatte, das Nilland zu unterjochen, wollte er jetztumsomehr ausführen, als Hophra gewagt hatte, das ihm unterthänigePhönicien mit Krieg zu überziehen. Jeremia in Aegypten und Ezechielin Babylonien, beide verkündeten eine große Niederlage Aegyptens durchden babylonischen Großkönig 2). Indessen scheint auch dieser Kriegszuggegen Aegypten kein glückliches Ende gehabt zu haben. Ein gewaltigesErdbeben, welches die chaldäischen Krieger an der Grenze Aegyptensmit Entsetzen erfüllt hatte, soll sie zum Abzug getrieben haben ^j. DieseProphezeiung von der Unterwerfung Aegyptens durch Nebukadnezar hatsich nicht erfüllt. Aber die Verkündigung, daß Hophra ein unglücklichesEnde nehmen werde, ist in Erfüllung gegangen. In einem kriegerischenUnternehmen gegen Kyrene erlitt sein ägyptisches Heer eine Niederlage,und die Kriegerkaste, eifersüchtig auf die Karier und Ionier, welche erbevorzugte, empörte sich gegen ihn. Ein Aegypter aus einem niedrigenStaude, Amasis (Amosis), stellte sich an die Spitze der Empörer, besiegleHophra, entthronte ihn und ließ ihn später erwürgen (571 —70 Z.Dieser neue Pharao, welcher alle Sorgfalt verwendete, um die Aegypterau sich zu ziehen und zugleich die Griechen für sich zu gewinnen, hattekein Interesse an den Judäeru, welche sich in Aegypten angesiedelt hatten.
>) Das. 44, tä fg.
2) Ez. 29, 17 giebt das Datum dieses Kriegszuges genau an, im 27. Jahreseit Jechonja's Exil, d. h. im 32. Jahre Nebukadnezars, um 571. Auf diesenKrieg bezieht sich wohl Jeremia 46,13fg. Es sind dabei die ägyptischen Städtegenannt, in welchen Judäer wohnten: Migdol, Memphis und Taphnai, y'wli'.i:rmsnrwi -iw ip'UL'N, b, 1 -ro. V. 21 ist auf die griechischen Söldlinge angespielt:P 212 . 121 P 2 . 1 ' 1 ' 2 L> ll-, auf welche Hophra so viel Werth gelegt hatte, daß
er die ägyptischen Krieger deßwegen vernachlässigt hat sHerodot II, 161). sBgl.Meyer, a. a. O. S. 596 f.)
2) 8z'neel1n8, ObronoArapIiia p. 453.
*) Herodot II, 161 fg.; 169 fg. (Meyer das. 599 f.j.