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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Flucht der Führer nach Aegypten, Letzte Deportation. 377

brachen die Führer auf den Weg nach Aegypten auf und zogen dieganze Menge willig oder unwillig nach. Auch Jeremia und Baruchmußten ihnen folgen. Was sollten sie allein in dem öden Lande be-ginnen? So wanderte die Schaar bis zur ägyptischen Stadt Taphnä(Tachpanches*), einer Garnisonsstadt am pelnsischen Nilarm. Vondem Könige Hophra wurden sie freundlich ausgenommen; er war dankbargenug, denjenigen Gastlichkeit einzuräumen, welche durch seine Auf-stachelung in solches Elend gerathen waren. Sie trafen dort Jndäeran, welche schon früher dahin ausgewandert waren. Sie waren inMigdol, Memphis und Saks (Pathros?) angesiedelt ff; ihr Sammel-punkt scheint aber Taphnä gewesen zu sein. So waren denn nachmehr als Tausend Jahren seit dem Auszuge ans Aegypten die SöhneJakob's wieder dahin zurückgekehrt; aber wie verändert! Damals warenes kräftige Hirtenstämme, mit einem engen Gesichtskreise zwar, aberunverdorben und ungebrochen, die Seele von Hoffnungen geschwellt. IhreNachkommen dagegen waren nach langen Kämpfen wunden Herzensund zerstörten Geistes, von ihrem Ursprünge bereits zu weit entfernt,um Trost und Beruhigung in ihrem Gotte und in ihrer Volksthümlichkeitzu finden, und doch nicht genug von diesen losgelöst, um mit andernVölkern verschmelzen und unter ihnen untergehen zu können. Wie alleEmigranten lebten sie indessen von Täuschungen, lauschten auf jedepolitische Regung, in der steten Hoffnung, daß sie ihnen Gelegenheitbringen werde, in die Heimat zurückzukehren und dort in der altenUngebundenheit fortzuleben.

Indessen wurde Juda vollständig von seinen Söhnen entvölkert.Nebukadnezar nahm nämlich die Vorgänge in Mizpah, die ErmordungGedalja's und der ihm beigegebenen Chaldäer, nicht so gleichgültighin. Er mag eingesehen haben, daß es ein Fehler gewesen sei, einschwaches judäisches Gemeinwesen, welches lediglich auf zwei Augenberuhte, fortbestehen zu lassen. Er sandte daher abermals den Führerseiner Leibwache dahin, um Rache an dem Rest der Jndäer zu nehmen.Nebnsaradan traf allerdings die Führer, Jochanan und seine Genossennicht mehr an, überhaupt keinen Mann von irgenv welcher Bedeutung,sondern nur die zurückgebliebenen Ackerbauer, Gärtner und Winzer.Diese mit Weibern und Kindern, siebenhundert und fünf und vierzigPersonen Landbevölkerung, den letzten Rest, führte er in die Gefangen-schaft nach Babylonien (um 582), die dritte Verbannung seit Jojachin^).Die Unschuldigen büßten auch diesmal für die Schuldigen. Was aus

ff Das. 42, 1. 43, 7.

ff Folgt aus das. 44, 1.

ff S. Jeremia 52, 30. Vergl. Note 10.