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Geschichte der Juden.
Jsmciöl und seinen Blutgenossen geworden ist, hat die geschichtlicheErinnerung nicht erhalten. Gedalja's Namen dagegen blieb in Folgeseines gewaltsamen Todes bei den Ueberlebenden in Andenken. SeinTodestag wurde alljährlich in Babylonien als Trauertag begangen Z.— Nebukadnezar's Plan ging seit Gedalja's Ermordung dahin, keinenJudäer mehr im Lande zu lassen. Da sie ihm von keinem Nutzenwaren, im Gegentheil sich ungeachtet feierlicher Versprechungen undEide stets von Neuem Aegypten zuwendeteu, so wäre ihr Verbleibenim Lande, wenn auch in noch so geringer Zahl, für ihn eher nachtheiliggewesen. So blieb denn Juda vollständig entvölkert und verödet, ohneMenschen und jene Thiere, welche zur Häuslichkeit menschlicher Be-wohner gehören. Statt ihrer nahmen wilde Thiere davon Besitz. Ei»später lebender Prophet klagte über diese vollständige Verödung. „Dieheiligen Städte sind wüste geworden, Zion eine Wüste, Jerusalem eineEinöde""). Auch dieses Strafgericht, welches die Propheten über dasLand verkündet hatten, war in Erfüllung gegangen. Der BodenJuda's konnte sich förmlich ausruhen und die Sabbatjahre feiern, welcheso lange nicht gefeiert worden waren ^). Nur im Süden hatten sich dieJdumäer einige Striche an ihrer Grenze von Juda angeeignet — mitoder ohne Erlaubniß des babylonischen Königs — und ihr Gebietbis an das Mittelmeer in der Niederung (Lolispbsla) ausgedehnt^).Gegen die Jdumäer, welche zur Schadenfreude über den UntergangJerusalems noch Plünderung, Auslieferung der Flüchtlinge und An-
Z Zacharia S, 19. "-'rir.i vir bezieht sich auf den Tag, an welchem Ge-dalja getödtet wurde, nach der talmudischen Tradition (R. 08 LI 1 ba-Lebana 18bu. a. St.).
ch Um die Behauptung Bertheau's und anderer von einer in Juda auchnach der dritten Deportation zurückgebliebenen Bevölkerung zu widerlegen, mußhier der Gegenbeweis geführt werden, weil diese Historiker aus der falschenVoraussetzung auch noch falsche Schlüsse gezogen haben. Nicht bloß Jes. 64, Swird von der vollständigen Verödung Juda's und von seinen Trümmern ge-sprochen: iriv v.n '->x, sondern auch an anderen Stellen das. 44, 26; 51, 3;54, 3; 58, 12; 61, 4: 62, 4: n) Ferner Jer. 33, 10. 12:
pnm vin puv omeon . . . nii.m 44, 6. Ezechiel 36, 10. 33. 35.
Zacharia 7, 14: ovm noxv v.n'inn .nvea Alle diese Propheten waren
Augenzeugen. Aus Zacharia folgt noch, daß nicht bloß sämmtliche Städte ver-ödet waren, sondern auch das ganze Land, indem kein Durchreisender darin zuerblicken war.
2) Leviticus 26, 34. 43; Chronik II, 36, 21.
4) Folgt aus dem Ausdruck v-owb- on .nöee'.n, Obadja 1, 19—20 undaus Herodot's Angabe III, 5, daß sich das Gebiet der Araber erstreckte vonKadytis (Gaza) bis zur Stadt Jenysos an der Grenze Aegppten's. UnterAraber in Kambyses' Zeit können nur die Jdumäer gemeint sein. Die Na-batäer kennt Herodot noch nicht.