Dev Rest Judas in Mizpah.
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Mizpah galt als eine geheiligte Stätte, da auch Samuel dort einsteinen Altar errichtet und es zum Sammelpunkte gemacht hatte. Diehalb israelitische halb heidnische Colonie, die Chuthäer in Sichern, Schilound Samaria erkannten dieses Heiligthum an und wallfahrteten dahinmit Opfergaben und Weihrauchs), da die Priester von Bethel ausgerottetwaren und die Altarstätte an diesem Orte zerstört war (o. S. 290).So wurde Mizpah Mittelort eines kleinen Gemeinwesens. Der „RestJudas", über welchen Gedalja gesetzt war, wurde zwar durch die An-wesenheit der Chaldäer an ihre Abhängigkeit von dem chaldäischen Ober-herrn gemahnt. Diese überwachten nicht bloß das Volk sondern auchden Statthalter, daß sie nicht etwa verräterische Pläne schmiedeten.Aber unter den Umständen, bei der Größe des Elends, welches über dasLand hereingebrochen war, war diese Lage doch erträglich, jedenfallsgünstiger, als der Rest erwarten konnte. Er war doch immer aufheimischem Boden.
Müde des Abenteurerlebens in den Gebirgen und Wüsten, im Kampfemit wilden Thieren und den noch wilderen Chaldäern, entschlossen sichauch diejenigen Kriegsobersten zum Anschluß an Gedalja und zur Unter-werfung, welche so lange, ans ihr Schwert und auf eine eitle Hoffnungvertrauend, getrotzt hatten. Jochanan, Sohn Kareach's, und die andernFürsten traten in Unterhandlung mit Gedalja, nndj da er ihnen dieVersicherung gab und sie mit einem Eide bekräftigte, daß über ihre Ver-gangenheit ein Schleier geworfen werden solle, daß die Chaldäer nichtan Rache dächten, wofern nur sie sich entschlössen, in der Zukunft demKönig Nebnkadnezar unterwürfig zu sein, so söhnten auch sie sich mit derLage aus, streckten die Waffen, bestellten die Felder und richteten dieTrümmer der Städte auf, die ihnen bisher als Schlupfwinkel gedienthatten2). Mit ihrer Mannschaft machten sie eine stattliche Zahl ausund vermöge ihrer kriegerischen und abenteuerlichen Lebensweise, welchesie gegen jede Gefahr gestählt hatte, konnten sie den schwachen „RestJudas" mit der nöthigen Stärke versehen. Zuletzt stellte sich auch derKriegsoberste Jsmasl, Sohn Nethanja's, ein.
Mit ihm, welcher verschlagen und gewissenlos war, zog ein böserGeist in Mizpah ein, um die verhältnißmäßig günstige Lage der Ueber-
5, 18, der Berg Zion, d. h. der Tempslberg gänzlich verödet war. Dieser pro-visorische Tempel kann daher nur in Mizpah gestanden haben. Berichtet doch dasMakkabäerbuch I. 4, 4d, daß in Mizpah früher ein Betört war, «rr r<>?ro?Ti^oak,,)^? rte -rä Tryrirkp»!- Uaxarfi.. Wenn nicht zur Zeit Gedalja's,
zu welcher Zeit könnte denn sonst in Mizpah ein Heiligthum gewesen sein?
Das. 41, 5. nmll bedeutet übrigens auch blutige Opfer.
2) Das. 40, 7 fg. Vgl. darüber Monatssch. Jg. 1872, S. 273 sg.