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Geschichte der Juden.
anschließen und hier in der Mitte der verwilderten Ueberbleibsel seinebelehrende und erziehende Thätigkeit fortsetzen sollte. Er verkündetedaher denen, die es hörten: „So sprach Gott:" „„Fürwahr ich habedich zum Guten überleben lassen, ich habe zur Zeit des Unglücks undzur Zeit der Drangsal den Feind für dich beschwichtigt. Wenn duzurückkehrst, werde ich dich zurückkehren lassen, und du wirst mir dienen.Und wenn du Edles aus Gemeinem ziehen wirst, wirst du wie meinMund sein. Sie werden zu dir sich wenden, du aber nicht zu ihnen.Ich werde dich für dieses Volk zu einer festen Mauer von Erz machen,sie werden gegen dich kämpfen, dir aber nicht beikommen können, dennich werde mit dir sein, dir beizustehen. Ich werde dich von der Handder Bösen retten und dich erlösen von der Faust der GewaltigenZ"".
Mit traurigem Herzen begab sich Jeremia zu Gedalja nach Mizpah.Sein Jünger Baruch war wieder in seiner Begleitung. Er hatte nichtviel Hoffnung, daß er aus dem Rest des gemeinen Gesindels werdeEdles erziehen können. Hat er doch in seiner vierzigjährigen Thätigkeitbei den Vornehmen und Gebildeten nur wenig ausrichten können, umwie viel weniger bei den Niedrigen und Unwissenden 2). Indessen ermußte sich fügen. Nebukadnezar legte so viel Werth auf Jeremia, daßer ihm nicht bloß Geschenke, sondern auch Tageszehrung verabreichenließ b). Seine Anwesenheit in der Nähe Gedalja's flößte in der Thatden im Lande Gebliebenen mehr Vertrauen für die Zukunft ein. DerStatthalter ließ nämlich bekannt machen, daß alle diejenigen Flücht-linge, welche sich um ihn schaaren würden, unangefochten bleiben undruhig in den Städten sich niederlassen und ihre Felder bearbeiten könnten.So kamen nach und nach die Zersprengten aus Moab, Ammon, Edomund den andern Nachbarländern, wo sie sich einstweilen augesiedelt, sichaber nicht sehr behaglich gefühlt hatten, zu Gedalja und schlossen mitihm Frieden, d. h. sie verpflichteten sich, dem chaldäischen König treueUnterthanen zu sein. Sie bauten das Land an, nicht bloß Getreide,sondern auch Wein und Feigen. Der Boden gab wieder Segen, und dadie Bevölkerung gering war und die Bauern, Gärtner und Winzer eingrößeres Maß von Bodenbesitz erhielten, so erzielten sie reichliche Ernten.Einige Städte erhoben sich wieder aus den Trümmern. Auch ein Heilig-thum errichtete Gedalja in Mizpah, da in Jerusalem und auf demTempelberge Schakale hausten und diese Stätten nicht mehr hergestelltwerden sollten^).
*) Jeremia 15, 16 fg. S. Monatsschr. a. a. O.
2 ) Vergl. das. 5, 4. — Das. 40, 4 b.
Das. 41, 4 ff. Das ">n re-, von dem hier die Rede ist, kann unmöglich inJerusalem gedacht werden, wie mehrere Historiker annehmen, da nach Klagelied