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Geschichte der Juden.
eine Wiedergeburt an sich vornehmen und dadurch Vorbild sein werde,zur leichtfaßlichcn Klarheit gebracht. Er drückte diesen Gedankensinnbildlich aus: „ich werde über euch reines Wasser sprengen, daßihr von eurer Unreinheit geläutert werden sollt, und von allen euernGräueln werde ich euch reinigen" *).
Gleich in der ersten Rede, welche Ezechiel nach der Erlösungaus seiner Haft vor den Aeltesten Juda's, die ihn ausgesucht hatten,gehalten, betonte er diesen Gedanken. In einem Gesichte, dasihn im Augenblick überwältigt hatte, fühlte er sich von einem Geistean den Haarlocken zwischen Himmel und Erde nach Jerusalem ent-führt. Hier sah er alle die götzendienerischen Gräuel, welche dortgetrieben wurden, wie auf dem Altäre ein scheußliches Götzenbild auf-gestellt war, wie siebzig Aelteste heimlich dem ägyptischen Thicrkultusfröhnten, wie an einer anderen Stelle die Weiber den Tammuzbeweinten, wie hier fünf und zwanzig Männer dem Tempel den Rückenkehrten und die Sonne anbeteteu, und endlich wie dort ein scheußlicherPhallusklotz in den Tempelraum hineinragte ^).
Er sah ferner im Geiste, wie der Gott Israels, im Tempelüber den Cherubim thronend, diesen verließ, sich zuerst auf dieSchwelle des Tempels zurückzog und von da sich auf den Thronwagenmit den beflügelten, viergestaltigen, glänzenden Trägern des Himmelsbegab, welche das Ohr des Propheten als Cherubim bezeichnen hörteAn diesem Platze blieb die Erscheinung nicht, sondern begab sich zumEingang des östlichen Tempelthores, verließ dann die Stadt und zogsich auf den Oelberg im Osten zurück ^). Durch diese Erscheinungwurde ihm angedeutet, daß Gott den so vielfach entweihten Tempelund die schuldvolle Stadt gänzlich verlassen habe und ihnen nicht mehrSchutz gewähren werde. Zugleich vernahm Ezechiel im Geiste eineStimme, welche den Auftrag an Befehlsvollstrecker ertheilte, alleBewohner Jerusalems erbarmungslos und ohne Unterschied, Greise,Jünglinge, Weiber, Jungfrauen, Kinder, zu vernichten und nur die-
') Das. 36. 25 fg.
2) Das. 8,17. b8 in L'niv sm. Statt o-m bn deutet Sie Massoradie L.-A. an (nämlich als wi-no ;ip.i), d. h. also „sie stecken die Weinruthe inmeine Nase", mir in's Gesicht. Die Aufzählung der Abscheulichkeiten in diesem Ab-schnitt bildet eine Klimax, und die letzte wird als die höchste Stufe bezeichnet;11 M 11 i8 ambir o:i, 'iv'viib », 2 »i. . . mxiii i8 iie ^'2 . . . bpii. Folglich kanndiese Verkehrtheit nicht so Unbedeutendes, etwa mantische Neiserbündel, denBarsom, bedeuten, sondern etwas höchst Schandbares (vergl. o. S. 299 undMonatsschr. Jg. 1874, S. 443).
°) Das. 10, 4. 18.
Das. 10, 19; 11, 23—24.