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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Der Prophet Ezechiel.

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setzte er nach allen Seiten auseinander, vermied auch nicht derbe Aus-drücke und Anstößigkeiten, um den Gedanken ihren vollen Ausdruck zugeben, und er zeigte keinerlei Rührung. Ganz besonders anziehendsind seine Reden, wenn sie Schilderungen enthalten. Wie schön istnicht seine Rede gegen Tyrus, wenn er dessen Größe schildert unddessen Fall verkündet! Er vergleicht Tyrus mit einem großen, festen,prachtvoll ausgestatteten Handelsschiff, auf welchem die Erzeugnisse allerdamals bekannten Völker und Länder aufgehäuft liegen, mit denender Phönicische Staat in Handelsverbindungen getreten war. In solebensvoller Leibhaftigkeit läßt Ezechiel diese Völker mit dem Boden-reichthum ihrer Länder an dem Auge vorüberziehen, daß der Forschernoch heute daraus den großen Umfang des Handelsverkehrs in deralten Zeit berechnen kann. Dieses reichbeladene lyrische Prachtschiff,das sich auf den Wellen wiegt, wird plötzlich vom Sturmwind in denAbgrund geschleudert. So wird's Tyrus ergehen *). Ebenso anschaulich,prachtvoll und poetisch ist Ezechiel's Schilderung von der einstigenGröße Assyriens und seinem Falle 2).

Mit dem Auftreten dieses reichbegabten Propheten unter denbabylonischen Exulanten beginnt eine günstige Wendung. Schonungs-los deckte er ihre Unthaten und die Frevel des ganzen Volkes auf,mitleidslos vernichtete er ihre eitle Hoffnung auf Fortbestand undihre ganze Jämmerlichkeit. Klar und deutlich zeigte er ihnen denWeg zur Besserung. Ezechiel verkündete gleich Jeremia, daß eineSinnesänderung nicht von den entarteten Bewohner des Mutterlandes,sondern von den babylonischen Verbannten ausgehen werde. Dieganze Fülle, welche in dieser Wandlung liegen sollte, drückte er treffenddurch die Bezeichnungein neues Herz und einen neuen Geist"aus. Er ermahnte nicht bloß die Exulanten, daß sie sich ein neuesHerz und einen neuen Geist erwerben mögen, sondern er verhieß auch,daß ihr Herz von Stein sich in ein weiches, biegsames, empfänglichesHerz von Fleisch verwandeln werde Der an der Natürlichkeithaftende Sinn der alten Welt auf dem Erdrnnde, welcher zur Ver-götterung der Creatur und der Zeugungskraft, zum häßlichen Götzen-dienst und zum Sinnentaumel geführt hat, und dem auch Israel, vonseiner Nachbarschaft verleitet, nachhing, dieser Sinn werde gebrochenund dafür ihm ein neuer Sinn der Selbstbeschränkung und der Unter-werfung unter die sittliche Ordnung eingepflanzt werden. Der Prophetdes Exils hat zuerst diesen Gedanken, daß Israel eine Selbstläuterung,

*) Ezechiel Kap. 27.

2 ) Das. Kap. 31.

°) Das. 11, 19 fg.; 18, 31 u. a. St.