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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

und nährten überall einen verdummenden Wahn *). Der Wahnglaubeder babylonischen Judäer wirkte wieder durch die stets unterhalteneVerbindung auf die in der Heimath, so daß eine nüchterne lieber-legung und Handlungsweise hier und dort gar nicht aufkommen konnten.

Da trat unter den Exulanten ein echter Prophet auf, welchernach schwerem Kampfe und Ringen eine geläutertere Gesinnung anbahneusollte. Es war Ezechiel (Jecheskeel), der Sohn Busis, ein Ahronide(geb. um 620, st. um 570 2). Fx war xsii Mann mit kräftiger, hin-reißender Beredtsamkeit, mit einer lebendigen, üppigen Phantasie,mit einer süßen, einnehmenden Stimme ^), voller Muth und Ausdauerund durchdrungen von dem hohen Ideal, welches das judäischeVolk verwirklichen sollte. Mit den Verbannten war er unter Jojachinnach Babylonien gekommen und hatte seinen Wohnsitz in Tel-Abiban dem großen Kanal (idlsdur-lesbar), welchen Nebukadnezar zurVerbindung des Euphrat und Tigris hatte anlegen lassen. Hier warenviele angesehene Familien aus Judäa angesiedelt, welche eine großeFreiheit genossen und ihre Aeltestenverfassung aus der Heimat beibehaltendurften. Unter ihnen lebte Ezechiel mehrere Jahre, wie es scheint,still, mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt, mit seiner Frau inseinem eigenen Hause. Plötzlich schwebten vor seinen Augen außer-ordentliche Gesichte, als wenn der Himmel geöffnet wäre, und er göttlicheErscheinungen sähe. Er erblickte in der Einsamkeit, wie eine mächtigeWolke mit leckendem, glänzendem Feuer von einem Sturmwind gejagt,einen eigenthümlichen Thronwagen von goldsilberuer Farbe (Olmsodmalheranrollte; dieser Thronwagen schien sich auf Rädern mit lauternAugen, je ein Rad im andern, rasch hin und her, auf und ab zu be-wegen; auf dem Thronwagen erschien ihm eine Menschengestalt mitvier thierähnlichen Wesen, mit je vier Gesichtern und vier Flügeln.Die Gesichter glichen je eines einem Menschenantlitz nach vorn, einem

*) Ezechiel 13, 17 fg. rnooo das. V. 18. 20, UI. von rwv, wie nmvp von rurp,bedeuten dasselbe wie das neuhebr. rwoKissen, Polster", rrneou das. ist,wie Ewald diesmal richtig getroffen hat, nmeuuHüllen", B. 20 ist das erstedittographirt vom Folgenden (So auch Benzinger z. St.j. mnis bedeutetallerdings wie im SyrischenVögel", aber der Sinn von amiet mv-aa ankann nur sein:ich werde die Personen zur Freiheit senden, frei machen" (vondem Zauber der Weissagerinnen). Analogie dafür ist (da eben-

fallsVogel" bedeutet) und

2 ) Ezechicl's Lebenszeit läßt sich durch die Momente bestimmen, daß er imBeginn seiner prophetischen Thätigkeit im fünften Jahre seit Jojachin's Ver-bannung, 1, 2, im Jahre 592 bereits im Mannesalter stand, unv nach 29, 17noch 20 s22j Jahre später, 572 s570) prophezeit hat.

-) Das. 33, 31 fg.

Ueber s. B. I, S. 369.