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Geschichte der Juden.
Jerusalems widerstandsfähig zu machen, Kriegsmittel anzuschaffen undes mit dem nöthigeu Bedarf zu versehen — und in der That hat esden heftigen Angriffen des Feindes achtzehn Monate widerstehenkönnen. Aber das hauptsächlichste Vertrauen setzten die Einwohnerauf die unerklärliche, geistige Widerstandskraft der Stadt, auf einewunderbare Errettung. Die Rollen hatten gewechselt. Zu Jefaia'sZeit, bei der Belagerung Sancherib's, war es der Prophet, welcherdas Volk auf den geistigen Schutz gewiesen hat, und dieses hattewenig Vertrauen darauf. In dem letzten Kampfe dagegen zerstörteein anderer Prophet den Wahn, als könnte das Volk durch den Tempelgeborgen werden ^). Aber Jeremia's Stimme wurde während derZurüstungeu zum Kriege noch weniger gehört. Der Erfolg schien dieVerheißungen der Afterpropheten und Glücksverkünder zu bestätigen.Nebukadnezar sandte nicht sofort sein Heer, um den Wortbruch Zedekia'sund den Abfall Juda's zu züchtigen und Jerusalem zu zermalmen. Er ließmehr als ein Jahr vergehen, ehe er den Kriegszug autrat und dann wiedermehr als ein Jahr, ehe er seinen Angriff auf Jerusalem eröffnet^).
Was mag der Grund dieser Zögerung gewesen sein? Gewissesist darüber nichts überliefert worden; indessen ist es wahrscheinlich,daß Juda nicht allein gestanden hat, sondern daß die Nachbarvölker,welche Gesandte nach Jerusalem abgeordnet hatten^), in ein Bündnißmit Juda gegen Nebukadnezar getreten sind. Baalis, der Königvon Ammon, hatte entschieden eine feindliche Stellung gegen Babeleingenommen^). Tyrus, das ohne Zweifel diesem Bündnisse angehört,wenn es nicht dasselbe angeregt hat, konnte zwar nicht viel leisten,da seine Hauptinsel noch immer belagert war, aber es hat wohl denVerbündeten Gelder für die Kriegsbedürfnisse geliefert. Die Jdumäerund Philister hatten gewiß auch gemeinschaftliche Sache mit Judagemacht °). Vor Allem war es Aegypten, welches Juda und die
r) Vgl. o. S. 304.
2 ) Ezechiel 21, 23 sg. Dieses Stück gehört nach 20, 1 zum siebenten JahreZedekia's; die Belagerung Jerusalem's begann aber erst im neunten Jahre.
S. o. S. 335. Es folgt auch aus Ezechiel 12, 14, wo von Zedekiagesagt wird: nam veau da, nn,^>, er hatte also Hülfsvölker.
Ezechiel 21, 28; Jeremia 40, 14. Baalis' Feindseligkeit gegen Gedaljawar lediglich gegen die Chaldäer gerichtet.
d) In den Klageliedern wird öfter hervorgehoben, daß Jerusalem's Freundees in letzter Stunde verlassen, verrathen und noch dazu Schadenfreude überseinen Untergang empfunden haben. Diese Anklage bezieht sich zunächst ausEdom das. 4, 21fg.; Ezech. 25,12. Aber auch die Philister empfanden Schaden-freude Ez. das. 16 und ebenso Ammon und Tyrus das. 25, 2. 8 sg.; 26, 2 fg.Alls diese Völkerschaften gehörten also früher zu den Freunden Jerusalems,über welche Klagelieder 1, 2 geklagt wird: a>amd nd vn na ,-oa n'pn da.