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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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338 Geschichte der Juden.

sehen *). Während er zum Volke mit dem Joch auf dem Halse sosprach, näherte sich einer der gegnerischen Propheten Anania (Chananja),Sohn Azur's aus Gibeon, zerbrach das Joch und sprach ebenfalls imNamen Gottes:Innerhalb zweier Jahre wird das Joch Nebukad-

nezar's von den Völkern zerbrochen, und Jojachin und sämmtlicheVerbannte werde ich hierher zurückführen". Jeremia selbst war vonder Plötzlichkeit des Auftrittes im ersten Augenblick betreten undsprach:Amen! möge Gott deine Worte erfüllen". Gleich darauf

wurde es seinem Geiste offenbart, daß er sprechen möge: Statt desJoches von Holz wird Nebukadnezar ein Joch von Eisen auf denNacken aller der Völker legen, welche ihm Widerstand entgegensetzenwürden. Dem Anania verkündete er baldigen Untergang, weil erdurch falsche Vorspiegelung im Namen Gottes das Volk verführenwollte. Er soll kaum zwei Monate darauf vom Tode hingerafftworden sein 2 ).

Jeremia erachtete es auch als seinen Prophetenberuf, die bethörtenVerbannten in Babylon zu warnen. Er richtete ein Sendschreibenan sie des Inhalts:Bauet Häuser und bewohnt sie, pflanzet Wein-

berge und genießet die Früchte, nehmet Frauen und erzeuget Söhneund Töchter, führt für eure Söhne Frauen heim und verheiratheteure Töchter in der Fremde; kümmert euch um das Wohl der Stadt,wohin ihr verbannt seid, denn mit ihrem Wohlergehen ist das eureverbunden. Lasset euch von euren Propheten und Gauklern nichtverführen; denn erst nach siebzig Jahren werde ich euch nach Judazurückführen" ^). Den falschen Propheten, Achab und Zedekia, verkündeteer, daß der König von Babylon sie dem Feuertode übergeben, unddaß ihre Namen zum Fluche im Kreise der Verbannten dienenwürden 4). Das Sendschreiben übergab Jeremia den zwei Gesandten,welche der König Zedekia an Nebukadnezar, wahrscheinlich mit Huldigungs-geschenken, beordert hatte. Er scheint es doch für dringend gehaltenzu haben, dem König von Babylon zu erkennen zu geben, daß er ihmVasallentreue bewahre und dem Bündniß verschiedener Fürsten gegenseine Herrschaft nicht beigetreten sei. Waren es Jeremia's Feuer-worte, die Zedekia zurückgehalten haben, sich in die Gefahr zu stürzen?Oder hatten die Räthe die Lage bedenklich gefunden, weil ein uner-wartetes Ereigniß eingetreten war? Genug, Zedekia blieb noch seinemEide getreu, und Juda genoß noch etwa zwei Jahre (593 591)

Z Jeremia Kap. 27.

2 ) Das. Kap. 28.

-) Das. 29, 1 fg.

Z Das. V. 21.