Der König Zedekia.
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er in der Abgeschiedenheit seines Palastes weder rechtzeitig erkannte,noch, wenn er sie erkannte, zu Hintertreiben vermochte. Diese Schwächeans Seiten des Königs und die Tollkühnheit auf Seiten des Adelsführten das judäische Gemeinwesen dem Untergange entgegen. In derersten Zeit nach der Verbannung des Königs Jojachin und der Tausendealter Geschlechter haben wohl der Schrecken und die Furcht vor derGewalt der Chaldäer, die Juda erfahren hatte, einen ernsten Gedankenan Auflehnung gegen die Basallenschaft nicht aufkommen lassen. Manschickte sich in das Unvermeidliche. War man ja seit Josia's Todegewöhnt, das Joch der Fremdherrschaft zu ertragen. Es ist daher inden ersten drei oder vier Jahren der Regierung Zedekia's nichts ander alten Ordnung oder Unordnung geändert worden. Das Götzenthum,die Ungerechtigkeit, der Druck der Reichen auf die Armen, alles bliebbestehen, wie unter Jojakim. Nur die Verfolgung gegen die Parteider Propheten hatte aufgehört, weil Zedekia milder als sein Halb-bruder Jojakim keine Gewaltthat anwenden ließ und im tiefsten InnernVertrauen zu Jeremia's Prophezeiungen hatte. Dieser aber hörtenicht auf zu ermahnen, daß man sich mit der chaldäischen Vasallenschaftaussöhne und, um fortbestehen zu können, keine Aufstandspläne mache.
Aber die Machthaber zogen die Unruhe vor, ließen sich in thörichteVerschwörungen ein und rissen allmählich den König und das Volk inden Abgrund. Sie waren von einem rasenden Taumel ergriffen.Von mehreren Seiten suchte man durch falsche Vorspiegelungen zurAuflehnung gegen Nebukadnezar zu bewegen. Zunächst war es Aegypten,das, falsch und trügerisch, immer aufstachelte, immer glänzende Ver-sprechungen der Bundesgenossenschaft machte, aber selten Wort hielt.Es war für Juda, wie ein Prophet es so treffend bezeichnet, einzerbrochenes Rohr, das, wenn man es in die Hand faßt, geknickt wirdund mit dem Splitter die Hand verwundet, und wenn man sich daraufstützt, zusammenbricht und zum Falle bringt ff. Damals regierte inAegypten Psammis (oder Psammetich II.), Necho's Sohn (595—590).Da er Siege über die Aethiopier errungen und die Grenze Aegyptensuach Süden ausgedehnt hattet, so mag er sich mit dem kühnen Plangetragen haben, die Herrschaft seines Vaters über die Euphratländerfortsetzen zu können. Dazu brauchte er die Mithülfe der Nachbarländerund auch Juda's. Er stellte daher Zedekia Rosse für die Reiterei undein Hülfsheer in Aussicht, wenn er sich von Nebukadnezar lossagen
ff Ezechiel 29, 7, vgl. V. 16.
ff LimAsob, bisioirs ä'LZ-xxts, x. 255 fg. (Meyer, Gesch. d. Alterth. I.,§62 f. 593. 691). Vgl. Ezechiel das. V. 10.