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Geschichte der Juden.
Zeiten die Männer beherrschten, um einem üppige» Leben zu fröhnen,die Männer der vornehmen Geschlechter zu Gewaltthätigkeit auf-stachelten und zum Götzenthum anreizten Z, und eine edle Frau botdem Propheten Elisa behagliche Gastlichkeit in ihrem Hause au ^). Dasunter Josia aufgefundene Gesetzbuch enthält daher die Vorschrift, daßauch das weibliche Geschlecht der Vorlesung aus demselben beiwohnenund an der Belehrung Theil nehmen solle Die Spruchweisheit,welche den treuesten Abdruck des gesellschaftlichen Lebens des Volkesbildet, enthält so manche Sprüche von dem Glücke des Mannes, dasihm eine gute Frau, und von dessen Qual, die ihm eine böse Fraubereitet^). Diese Sprüche setzen sämmtlich voraus, daß jeder Mannnur eine einzige Frau im Hause hatte; daher genoß die Frau dieFreiheit, sich an den gesellschaftlichen Vorgängen zu betheiligen.
Ein Dichter verherrlicht das Ideal einer vortrefflichen Frau, wiesie zugleich für den Gatten, die Kinder und das Haus sorgt, die Armenbedenkt, kunstvolle Gewebe anfertigt und anmuthsvolle Sprüche derWeisheit ihren Lippen entströmen läßt:
„Wer ein würdiges Weib fände,
„Ihr Werth ist theurer denn Perlen.
„Es vertraut auf sie des Gatten Herz,
„Daß ihm Gewinn nicht fehle.
„Sie vergilt ihm Gutes und nicht Böses„Alle Tage ihres Lebens.
„Sie wirkt Wolle und Flachs
„Und arbeitet Nützliches mit ihren Händen.
„Sie stand vor Tagesgrauen auf,
„Gab Speise ihrem Hause„Und Tagwerk ihren Sklavinnen.
„Ihre Hand streckt sie zum Spinnrocken„Und ihr Gelenke hielt die Spindel,
„Ihre Rechte streckte sie dem Armen entgegen„Und ihre Linke dem Dulder.
„Teppiche machte sie für sich,
„Byssus und Purpur ihr Gewand.„Wohlbekannt ist im Rath ihr Mann,
„Wenn er saß mit des Landes Alten.
„Feines Gewebe hat sie bereitet und verkauft,„Und Gürtel gab sie dem Phönicier.
„Kraft und Würde war ihr Gewand,
*) Amos 4, 1. Jesaia 3, 12. 16 fg. Jeremia 44, lö sg.2) O. S. 54. °) O. S. 314. -») Das. S. 24 >.