Bildungsstand in Jerusalem.
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Bildhauerkunst hat in Juda, wie früher im Zehnstämmereich, ausAssyrien Eingang gefunden. Israelitische Metallgießer verfertigten,zum Hohn ihrer eigenen Lehre, Bildnisse in kunstgerechter Form inLebensgröße oder in noch größerer Ausdehnung aus Silber oder GoldZ.Die Häuser der Vornehmen waren mit Farben bemalt und der Estrichder Zimmer durch Mosaikarbeit (Lla8ststib)^) verschönert, durch Figurenaus bunten Steinen zusammengesetzt. Ein hoher Grad der Bildungwar, wenn auch nicht in ganz Juda, so doch entschieden in der Haupt-stadt verbreitet. Schreiben und Lesen verstanden die höheren und dieniederen Klassen. Man schrieb in der Regel auf Rollen von zu-bereitetem Bast; war der Inhalt wichtig, so grub man ihn in Tafelnvon Holz oder stichelte ihn in Stein. Es hatte sich bereits eine ge-läufige Volksschrift ausgebildet, neben einer andern, welche nur vonbesonders Kundigen verstanden wurde ^).
Die hohe Bildung, welche in Jerusalem verbreitet war, prägtesich in ernsten und lustigen Gesängen, in Klageliedern und in Spruch-weisheit aus. Die Propheten mit ihrer schwungvollen Beredtsamkeit,die Psalmisten mit ihren Hymnen und die Weisen mit ihren Kern-sprüchen (o. S. 239), waren eine Bildungsschule für das Volk. Eswar gewissermaßen von einer poetischen und rednerischen Atmosphäreumgeben. Die zugespitzten Wendungen und Feinheiten der Prophetenwaren für eine Zuhörerschaft berechnet, welche Verständniß dafür hatte.Die Stachclworte und höhnischen Redens, deren sich die Prophetenzu erwehren hatten, zeugen nicht minder für den hohen Werth, derin Jerusalem auf wohlgesetzte Rede gelegt wurde. Selbst Frauenverstanden es, aus dem Stegreife zu dichten. Zu Leichenbegängnissenvornehmer Personen wurden dichtende Frauen berufen, um Klageliederauzustimmen °).
Die Frauen nahmen überhaupt au dem gesellschaftlichen Leben,an den guten und bösen Thaten Antheil. Sie waren es, welche zu
y Hosea 13 , 2 : o'Vin 20x12 2'2-x 2:1222 2222 222 nrx-i, wo das Wort 0:12.22entweder gleich 20:12.22 (Ps. 78 , 72 ) bedeuten kann: „nach ihrer Kunst-fertigkeit" oder wie die alten Versionen es wiedergeben, gleich 22:1222, „nachihrer Gestalt" in Menschengröße, 2wrx, 8 iuZ'. orx, bedeutet kunstgerecht undmit Sorgfalt verfertigte Bildnisse. Davon ist ein Verbum gebildet 22s, kunst-voll bilden (Hiob, 10 , 8 ) und vwx.i „vergöttern" (Jeremia 44 , 19 ).
') Vgl. 0. S. 188 .
') Vgl. Jesaia 29 , 11 : 200 xir; Hab. 2 , 2 : xxnh 2122.2 hx ino, ;im -10212 n2p ^12-. Jesaia 8 , 1 : 22m 222. Ezechiel 9 , 2 . 3 : 2202 ,20p. Vergl.Hiob 19 , 23—24 u. 31 , 35 .
*) Jesaia 9 , 9 ; 28 , 14 — 15 ; Jeremia 3 l, 28 . Ezechiel 18 , 2 222 1H2N nwr-.n:> 2 p 2 o ':2 ':vi b) Jeremia 9 , 16 .