Jeremia's Rolle von Jojakim verbrannt. 319
Jojakin, nicht unternehmen, zumal der Bestand des Thrones auf demSpiele stand. Er machte daher seinen Frieden mit Nebukadnezar,leistete ihm den auferlegten Tribut, versprach wohl auch Heeresfolgeund übernahm alle die Verpflichtungen, welche ein Vasall damals zuleisten hatte. Das war der Anfang der chaldäischen BasallenschaftJuda's (600). Jeremia durfte Wohl seinen Versteck verlassen; so auf-gebracht auch der König gegen ihn war, so durfte er ihm doch keinHaar krümmen. Die Fürsten, welche auf seiner Seite waren, schütztenihn wohl, und auch der chaldäische Eroberer, dem es wohl nicht ver-schwiegen geblieben ist, daß der Prophet ihm eine glänzende Laufbahnverheißen und zur Anerkennung seiner Macht gerathen hatte, magschon damals, wie später, ihm Schutz verliehen haben. — Der Götzen-dienst wurde zwar nicht abgestellt, wie manche von diesem Ereignißerwartet haben mögen; nur eine Thorheit wurde aufgegeben, freilichum eine andere wieder einzutauschen. Der Cultus der sogenanntenHimmelskönigin, der ägyptischen Nei'th, wurde abgeschafft Z. Vorden Augen des chaldäischen Herrn durfte das äußere Zeichen derZugethanheit Juda's zu Aegypten nicht geduldet werden. Dafür kamaber der babylonische Cultus der Gestirne wieder in Aufnahme undwurde eifrig gehegt.
Jojakim ertrug aber mit Unmuth das chaldäische Joch, er konntenicht mehr die Zügel seiner Leidenschaft schießen lassen. Die chaldäischeBasallenschaft war wahrscheinlich ohne Schonung. Der ägyptischeKönig hat es gewiß auch nicht an Wühlereien fehlen lassen, um Jojakimzum Abfall von Nebukadnezar zu bewegen. Als nun der phönicischeKönig Jthobal II. diesem den Gehorsam aufkündigte (598), die StadtTyrus so befestigte, daß sie lange Widerstand leisten konnte, fiel auchJojakim in unbegreiflicher Verblendung ab 2), versagte den Tribut undverband sich mit Aegypten und Wohl auch mit Phönicien. Nebukadnezarmußte in Folge dessen seine kriegerischen Kräfte gegen das letzte LandZusammenhalten, er begann die Belagerung von Tyrus, welche dreizehnJahr dauerte. Er war daher für den Augenblick verhindert, denrebellischen König von Juda zu züchtigen, und Jojakim konnte sichdem Wahne überlassen, seine Unabhängigkeit für die Dauer erlangt zuhaben. Aber erfreuen konnte er sich ihrer nicht. Wenn Nebukadnezarauch nicht ein großes Heer gegen ihn senden konnte, so ließ erdoch sein Land durch chaldäische Streifschaaren beunruhigen. Auchidumäische, moabitische und ammonitische Raubschaaren drangen in's
Folgt aus Jeremia 44, 18. Vgl. Monatsschrift das. S. 351.
2) Könige ll, 24, 1. Vgl. über das Datum Monatsschrift das. S. 305 fg.