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Nebukadnezars Eroberungszug.
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» zulesen. Es sollte dadurch erfahren, daß er die jetzt so nahe Gefahr
» lange vorher vorausgeschaut und vorausverkündet hatte; vielleicht würde
I es dadurch in sich gehen, seine verkehrten Wege aufgeben und sich Gott
j mit ganzem Herzen zuwenden. Der Prophet selbst war durch irgend
i etwas verhindert, aufzutreten; darum sollte ihn Baruch ersetzen. Dieser
Is aber sträubte sich anfangs gegen die Uebernahme eines so gefährlichen
I Auftrages. Er sollte mit dem Inhalte der Rede das versammelte
> Volk zur Unterwürfigkeit unter Nebukadnezar ermahnen, während dieses
:is gerade eine Fastenversammlung beging, um der Knechtung von dieser
U Seite zu entgehen. Baruch rief aus: „Wehe mir, daß Gott mir zu
den alten Schmerzen neue auflegt! Ich bin schon erschöpft vor Seufzenund kann keine Ruhe finden." Jeremia erwiderte ihm darauf halb!- vorwurfsvoll, halb milde: „So spricht Gott: „„Sieh, das was ich
k erbaut, will ich eben zerstören, was ich gepflanzt, will ich ausreißen,
f und du verlangst für dich Außerordentliches? du solltest es nicht »er-st langen""i). Der Einzelne soll in einer Zeit schmerzlicher Kämpfe und
Wandlungen sich willig opfern. Baruch fügte sich und übernahmdarauf den Auftrag. In einer offenen Halle des Gemarja, Sohns^ Schaphan's, im oberen (östlichen! Vorhofe des Tempels las er den
st Inhalt der Rolle dem ganzen Volke vor. Mehrere unter den Anwesenden
f mögen bereits früher diese Warnungsrede gehört haben, aber sie hatten
s sie nicht beachtet oder vergessen. Jetzt aber, in Gegenwart des drohenden
1 Unheils, als Nebukadnezar's Heer nicht weit von Jerusalem stand,
j machte ihr Inhalt einen gewaltigen Eindruck. Das Ereigniß, das
st jetzt drohend über dem Lande schwebte, war also vom Propheten
s mehrere Jahre vorher verkündet: daß der König von Babel gewiß in's
! Land kommen und es zerstören werde, wenn nicht Besserung eintrete,
und auch gegen die Völker, auf deren Beistand Juda hoffte, wardst bereits Knechtung vorausgesagt. Die Versammlung war davon betroffen
^ und erschüttert. Ein junger Mann, Micha, Sohn des Gemarja, eilte
st sofort von diesem Schauplatze zu den Fürsten, welche in einer Halle
des Palastes versammelt waren, und machte ihnen, von dem Eindruck' überwältigt, Mittheilung von dem Vernommenen. Auch die Fürsten
: wurden davon erschüttert. Es waren ihrer viele anwesend, darunter
Elischama, der Listenführer des Heeres, in dessen Halle die Großenj versammelt waren, Geniarja selbst, Micha's Vater, und Elnathan,
- Sohn Achbor's, welcher auf Jojakim's Geheiß den Propheten Urija
^ aus Aegypten nach Jerusalem zum Richtplatz geschleppt hatte (o. S. 301).
! *) Das. 45, 4—5; vgl. Frankel-Graetz, Monatsschr. Jg. 1874, S. 298 fg.:
st 341 fg.