Von dieser prophetischen Kunde, daß Unheil das Volk treffen sollte,war Habakuk selbst schmerzlich bewegt. Allerdings ist das zu eroberndeVolk zum Vollstrecker des verdienten Strafgerichtes bestimmt; aber solles fort und fort die Menschen „wie Fische des Meeres behandeln,wie Kriechthiere, die keinen Herrscher haben?" Soll es seine Netzestets nach den Völkern auswerfen und seinem Netze wie einem Gotteopfern? Sollen die Eroberer auch Unschuldige vernichten und dasVolk Gottes, das doch noch besser als das erobernde Volk ist, ver-schlingen? Kann Gott, der zu lautern Auges ist, um Böses zu schauen,der das Unglück nicht schauen mag, dieses allgemeine Unheil schweigendmit anschen?^) Solche Fragen richtete er im Gebete an Gott. Daraufempfing der Prophet die Vervollständigung des offenbarten Gesichtesmit der Weisung, es deutlich auf Tafeln für jeden Leser verständlichzu schreiben, daß der Gerechte durch seine Treue leben werde, daßdagegen der übermüthige Eroberer, der wie der Tod unersättlich dieVölker hinrafft, einer Züchtigung nicht entgehen werde. Habakuk hatzuerst den Gedanken der sittlichen Gerechtigkeit in der Völkergeschichtedeutlich ausgesprochen, daß die gewaltthätigen Eroberer dem Strafgerichtvon Seiten anderer Eroberer verfallen, „daß sich die Völker nur fürdas Feuer und die Nationen sich nur für das Nichtige abmüheu". Einstwird aber die Erde so voll von Gotteserkenntniß sein, wie die Wasserdas Meeresbette bedeckten. Von dieser Betrachtung machte Habakukeinen Uebergang zu den unerträglichen Zuständen in Juda, welche ihmdie ersten Klagen ausgepreßt hatten, um die Bedrückung, Rechtlosigkeit,Blutschuld und den Götzendienst hier in ihrem wahren Lichte zu
N 2 'NP NN'W N>M 2 . V. 11 ist aber einfach zu verstehen. Statt MN hat kssebito MNund zwar im Sinne von Das Städtebezwingende Volk bleibt nicht bei
einem Lands stehen, sondern geht immer, von seinem Geiste getrieben, weiter.sJn den Drasiiclationss schlägt der Vf. vor n»x>n n: -;sin> ist unhalt-
bar. Liest man dafür rrm, so ist der Vers in Ordnung.
*) Das ist offenbar der Gedankengang Hab. 1, 12—17. — Es ist eine ArtGebet, daß der Prophet inmitten seines Gesichtes an Gott gerichtet hat, als ihmdie Offenbarung von der Zerstörung der Chaldäer geworden, und daß diese dieGewalt als Gott verehren. Solche Zwischengebete kommen bei Jeremia häufigvor, 4, 10; 14, 7 fg. besonders V. ll; 19 fg; 32, 16fg. u. a. St. Bei Habakukfehlt nur die Einleitung. Angedeutet ist aber das Zwischengebet in 2, 1—2.Freilich muß statt 'nnmn mrm .121 gelesen werden nach kssobito 2 'v' nm,nämlich „was Gott erwidern wird auf meine Entgegnung". Die angeführtenVerse waren also eine nnmn, eine Art Entgegnung. Der Kern derselben liegtin dem V. »22 pvn pimn ennnn mnma im:n nnn. Die mnmn sind „die
chaldäischen Eroberer", wie 2, 5: „sie sollen verschlingen und vernichten einenGerechteren, das Volk Juda's, von denen früher gesagt ist wo n u.V. 16 ni-pn wnnn nm' p d. h. die Gewalt ist ihr Gott. Sie sind
also schlimmer als das zu züchtigende Volk.