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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
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mit ungeschminkten Worten das Geschick, welches dem Volke Juda undden Nachbarvölkern bevorstand. Nach den einleitenden Worten, daßer selbst bereits drei und zwanzig Jahre zur Umkehr ermahnt unddaß noch andere Propheten fast täglich und jeden Morgen in demselbenSinne vergebens gesprochen, verkündete er, das längst angedrohte Ver-hängniß werde durch die Völker des Nordens und Nebukadnezar,welcher von Gott dazu berufen sei, vollzogen werden.Ich werde sie",sprach Gott,über dieses Land und die Völker ringsumher führenund diese zur Einöde, zu ewigen Trümmern und zum Gespötte machenund werde aufhören lassen die Stimme der Freude und Fröhlichkeit,die Stimme des Bräutigams und der Braut, das Geräusch der Mühleund das Licht der Lampe". Zur Bekräftigung seiner Verkündigungerzählte Jeremia, ihm sei im prophetischen Gesichte ein Giftbechergereicht worden, den er allen Völkern zum Trinken reichen sollte,Jerusalem, den Städten Juda's, 'ferner dem König von Aegypten,seinen Großen und seinen Völkern, den Königen und Städten derPhilister, Edom, Moab und Ammon, kurz allen den Völkern, welchedurch den Sturz Ninive's und den Abzug des ägyptischen KönigsNecho frei geworden waren. Er sollte zu ihnen sprechen:Trinket,berauscht euch und speiet, ihr sollt fallen und nicht mehr entfliehenvor dem Schwerte, das ich über euch sende". Und wenn sie sichweigern sollten zu trinken, sollte er sprechen:Trinket nur, denn mitder Stadt, über die mein Name genannt ist, beginne ich, ihr Unglückzu bringen, und ihr solltet frei ausgehen? Das sollt ihr nicht! DennKrieg rufe ich herbei über alle Bewohner der Erde"*). Aber auchdiese prophetische Standrede prallte wirkungslos an der Taubheit,Herzenshärtigkeit und dem Leichtsinn des Königs und der Großen ab.Nichts desto weniger war Jeremia unermüdlich, in den mannigfachstenergreifenden Wendungen von der drohenden Vergewaltigung durch dieChaldäer und Nebukadnezar zu sprechen.

Neben Jeremia prophezeite der Prophet Habakuk ein drohendesStrafgericht über Juda und Jerusalem und verkündete, daß dessenVollstrecker die Chaldäer sein würden. Habakuk hatte viel Aehnlichkeitmit Jeremia. Er war ebenso weichen, empfindungsregen Gemütheswie dieser. Von dem Uebermaß der Verruchtheit und der Verkehrtheitunter Jojakim war er in tiefer Seele niedergebeugt, äußerte wie Jeremiaseinen Schmerz über den Verfall nicht bloß in prophetischen Reden,sondern auch in Klagen. Er war wie Chilkija's Sohn nicht bloßProphet, sondern auch Psalmist, und auch seine Psalmdichtung haucht

*) Jeremia 25, 15 fg. Vgl. Frankel-Graetz, Monatsschrift, Jahrg. 1871S. 297 fg.