Jojakim's Bauten.
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War es doch selbst erst aus der gedrückten Stellung, welche es sichlange von Assyrien hatte gefallen lassen müssen, befreit. Es schiendem oberflächlichen Blicke ungefährlich. Der König Jojakim und dieFürsten konnten daher, ihrer Sorgen um die Zukunft entledigt, sichihren Lüsten und Thorheiten ungestört überlassen.
Jojakim war von einer großen Baulust besessen, als wollte erdie Stadt Jerusalem, deren Untergang er durch seine Verkehrtheitbeschleunigte, als geschmücktes Opfer überliefern. Er ließ sich einenweit angelegten Palast mit luftigen Söllern und mit vielen Fensternbauen, ließ ihn mit Farben bestreichen und mit Cedergetäfel überdachen.Auch andere Gebäude der Stadt ließ er mit Pracht aufführen. Zndem Bau ließ er ebenfalls Cedern vom Libanon kommen ^). Er wollteden Salomo spielen. Aber er beschäftigte nicht, wie dieser, die Kanaaniterbeim Bau, sondern zwang die freien Bürger zur Frohnarbeit, unddiejenigen, welche sich der Sklavenarbeit entziehen wollten, ließ Jojakimbis zum Tode züchtigen. „Er baute die Stadt mit Gewaltthängkeitund seine Burg mit Blutschuld", wie die Propheten der Zeit, Jeremiaund Habakuk, seinen Verschönerungstrieb bezeichneten. Von augen-blicklicher Sorge befreit, überließ sich Jojakim auch den Schwelgereien,dem Schmausen und den Trinkgelagen 2).
Aus dieser Sorglosigkeit, welcher sich der König und die Großenüberließen, weckte sie Jeremia unsanft. Seinem Seherblicke wurde esklar, daß mit dem Untergang Assyriens die Einmischung der Völkeram Euphrat und Tigris in die diesseitigen Länder und damit blutigeKriege, Verheerungen, Jammer und Verpflanzung der Bewohner nichtaufhören, sondern in erhöhtem Maße fortdauern würden. In demchaldäischen Volke, das bis dahin nur dem Namen nach bekannt war,und in seinem aus dem Dunkel hervorgetretenen König Nebukadnezarsah er ein neues Weltreich entstehen, welches Assyrien an Gewalt nochübertreffen und die Welt in Erstaunen setzen werde. Von dem erstenAuftreten des babylonischen Königs, nicht lange nach dessen Siege überNecho (604) hat Jeremia dessen siegreiches Uebergewicht über die Völkerund namentlich dessen niederschmetternde Gewalt über Juda Verkündet.Bei einer Gelegenheit, als die Bewohner der Hauptstadt und dasLandvolk versammelt waren, setzte der Prophet von Anatoth furchtlosdas Gesicht auseinander, daß sich ihm offenbart hatte, und verdeutlichte
*) Jeremia 22, 13 fg. Habakuk 2, 12 fg.; vergl. Monatsschrift, Jg. 1874,S. 33S fg.
2) Folgt aus Jeremia 22, 15. (lorar-io .nvpi nmrfl box xb,n i'ox was nachllXX gelesen werden muß nmo, box xb, und dieses bezieht sich auf Jojakim'sVater, auf Josia (Duhm zur Stelle hält die Emendation für überflüssig).