Die Anklage gegen Jeremia.
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war Achikam, Sohn Schaphan's, und andere, welche zur Propheten-partei gehörten. Diese Fürsten veranstalteten sofort eine Gerichtssitzungan einer Tempelpforte und vernahmen Anklage und Vertheidigung.Die Priester und falschen Propheten sprachen: „Dieser Mann verdientden Tod, denn er hat über diese Stadt und diesen Tempel Unheilverkündet". Jeremia betheuerte, daß er im Namen Gottes gesprochen:„Wisset, wenn ihr mich tödtet, so würdet ihr unschuldiges Blut ver-gießen, bessert eure Wege und Thaten, so wird Gott das Unglück voneuch abwenden". Einige Aelteste (Richter) sprachen zu Jeremia's Gunsten.Sie erinnerten daran, daß zur zeit Chiskija's der Prophet Micha eineben solches Strafgericht über Zion und den Tempel prophezeit hatte,ohne daß ihm dafür Leides widerfahren wäre. Vielmehr hat die An-drohung zur Besserung geführt. „Wir aber werden über uns Unglückbringen, wenn wir Jeremia verurtheilen sollten". Darauf sprachendie Fürsten zu den wüthenden Priestern und Afterpropheten: „DiesemManne gebührt nicht der Tod, denn er hat im Namen unseres Gotteszu uns gesprochen" Z. Durch die Bemühung seiner Freunde, be-sonders des Achikam, wurde Jeremia dieses Mal freigesprochen.Aber um so glühender verfolgten ihn die Priester und die falschenPropheten mit ihrem Hasse und lauerten auf jede Gelegenheit ihmbeikommen zu können^).
Inzwischen halte sich das Strafgericht an dem assyrischen Reichevollzogen. Dieser erste Großstaat, welcher über sechs Jahrhunderteden Völkern Gesetze vorgeschrieben und vom Fuße des Kaukasus unddem Strande des Kaspi-Sees bis zum persischen Meere und von> dem östlichen Medien bis Kleinasien und bis Aegypten geherrscht, dermit unerhörter Grausamkeit alle diese unterjochten Völker behandelthatte, dessen Großkönige sich Götter dünkteu, dieser Großstaat fielschmählich durch die vereinte Anstrengung von Kyaxares von Medienund Nabopolassar von Babylonien. Ninive, die Riesenstadt, fiel nachlanger Belagerung (um 605). Der letzte König von Assyrien, Sar-danpal (Sarakus?) verbrannte sich in seiner Burg. Dieses Strafgerichtüber die assyrische Hauptstadt und das Volk hatten zwei judäischePropheten, Nachum und Zephanja, vorher verkündet. Nachum hattemindestens zwei Menschenalter vorher den Untergang Ninives mitdüstern Farben geschildert: „O Blutstadt, voller Lug und Raub! . .
Alle die dich sehen werden, werden von dir weichen und sprechen: Ge-
Jeremia 7, 1 fg. Kap. 26 ist nur ein Resums dieser Rede, um die darausentstandenen Folgen für Jeremia zu referiren. Das Datum ist 26, 1 angegeben,im Anfang der Regierung Jojakim's.
-y Ist 19 fg.; 20, 10 fg.
Graetz, Geschichte der Juden. II. i.
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