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Geschichte der Juden.
darbringen und dann kommen in meinen Tempel und sprechen „„Wirsind gerettet!"" um alle Gräuel weiter zu üben? Ist denn dieserTempel eine Höhle für Einbrecher geworden? . . . Gehet nur nachmeiner einstigen Stätte in Schilo und sehet, was ich ihm wegen IsraelsSchlechtigkeit gethan habe! . . . Ich werde auch diesem Tempel, überden mein Name genannt wird, auf den ihr vertraut, und dem Orte,den ich euch gegeben, dasselbe anthun, was ich Schilo angethan habe.Ich werde euch von meinem Antlitz verwerfen, wie ich eure Stammes-genossen, alle Kinder Ephraim's, verworfen habe"". Ganz besonderseiferte Jeremia gegen den eingeführten Cultus der ägyptischen Ne'tth,der sogenannten Himmelskönigin^). Er fuhr dann fort: So spricht
Gott (ferner): „Eure Ganzopfer thut zu euern Schlachtopfern hinzu
und esset Fleisch. Denn ich habe eure Vorfahren, als ich sie ausAegypten geführt, nicht auf Opfer verpflichtet, sondern daß sie den Wegwandeln mögen, den ich ihnen befehlen werde... Du wirst zu ihnenalle diese Morte sprechen, sie werden aber nicht auf dich hören . . .Dann sprich zu ihnen: „„Dieses Volk, das nicht gehorcht, nicht
Belehrung annimmt, in dessen Mitte die Treue geschwunden und ausdessen Munde sie gewichen, dieses Geschlecht seines Zornes hat Gottverworfen und verstoßen. Denn die Jehudäer haben das Schlimmstein meinen Augen gethan, haben ihre Gräuelbilder in den Tempel ge-bracht, ihn zu verunreinigen, haben Altäre des Scheiterhaufens (Nöpbsr)gebaut im Thale Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter zu ver-brennen, was ich nicht befohlen, was mir nicht in den Sinn gekommenist. Deswegen werden Tage kommen, da wird man nicht nennenTophet und Thal Ben-Hinnom, sondern Thal des Gemetzels, undaus Mangel an Platz wird man in Tüphet begraben. Die Leichendieses Volkes werden zum Fraß dienen den Vögeln des Himmels undden Thieren des Feldes, Niemand wird sie verscheuchen. Ich werdeaufhören lassen aus den Städten Juda's und aus den StraßenJerusalem's Stimme der Freude und der Fröhlichkeit, Stimme desBräutigams und der Braut, denn zur Einöde wird das Land werden"".
Kaum hatte Jeremia diese Rede vollendet, so packten ihn diePriester und falschen Propheten und sprachen: „Du sollst sterben,weil du geweissagt hast, dieser Tempel werde wie der in Schilo werden!"Es entstand in Folge dessen ein Auflauf auf dem Tempelplatze.Einige Anwesende standen Jeremia bei. Dieser Auflauf veranlaßteeinige Fürsten, sich vom Palaste zum Tempel zu begeben. Unter diesen
i) Jeremia 7, 17 fg. Aus dem Ausdruck: .... .-w.i nv rmi "pm.i
2 'Lvn geht heror, daß dieser Cultus kurz vorher eingeführt
worden war. Vergl. Frankel-Graetz, Monatsschrift Jg. 1874, S. 349 sg.