Josia's Einrichtungen.
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des Tempels zu sein um im Allerheiligsten zu bleiben *). An dieSeite der Bundeslade mag er nach Vorschrift das deuteronomischeGesetzbuch, das der König zur Richtschnur genommen, gelegt haben.Die Geschichtsquelle giebt Josia das Zeugniß, daß kein König vor ihmgleich ihm so aufrichtig zu Jhwh zurückgekehrt sei, um die LehreMose's zu erfüllen^). Auch die Großen, welche bis dahin Anhängerder fremden Unsitte waren, mögen sich in die Reform gefunden haben,in der Hoffnung, daß dadurch die politische Schwäche, in der sich Judagegenüber dem mächtig auftretenden Aegypten befand, sich bessernwerde. In der That scheint sich Josia auch politisch zur Thatkraftaufgerafft zu haben; er faßte Mnth, Aegypten gegenüber Selbstständigkeitzu zeigen.
Jeremia hatte bei seinem ersten prophetischen Auftreten eine Zeitallgemeiner Zerstörung und Verwüstung verkündet, und daß ans dieseein Neubau folgen werde. Diese Wendung begann in Josia's letztenJahren. Das Weltreich Assyrien, das so viele Völker und Länderunterjocht hatte, sollte dem völligen Untergange entgegengehen und andessen Stelle sollten neue Großstaaten entstehen. Medien und Babylonien,die nächsten Vasallenländer Ninive's, vergalten ihm die Unthaten, diees an seinen Untergebenen mit Uebermuth verübt hatte. Nachdem dermedische König Kyaxares die sein Land überfluthenden Scythen(o. S. 261) durch Gewalt und List theils vermindert, theils zu seinenSöldnern gemacht hatte, gerieth er in Krieg mit dem Nachbarlande imWesten, mit Lydien, welches vermöge seines Reichthums und seinerKüstenlage ebenfalls den Traum hegte, eine Großmacht zu werden.Fünf Jahre führte Kyaxares Krieg mit Alyattes, König von Lydien(614 — 610). Assyrien war bereits so geschwächt, daß es das selbst-ständige Auftreten seiner ehemaligen Vasallen ruhig ansehen mußte.Auch Nabopolassar von Babylonien (regierte 625—605), ein unter-nehmender König, hatte das letzte Band, das sein Land noch mitAssyrien verknüpfte, zerrissen und es ebenfalls unabhängig gemacht.Cilicien, das früher von Ninive aus beherrscht wurde, war ebenfallsein selbstständiges Land geworden und hatte einen eigenen KönigSyennesis. Die zunehmende Schwäche des assyrischen Reiches wollteauch Aegypten benutzen, um zunächst an ihm Rache für die ihm so oftzugefügten Unbilden zu nehmen. Hier gelangte ein kühner König zurRegierung, Necho (Nekos, Nekaü), Sohn Psammetich's, welcher dieehemalige Macht Aegyptens wiederherstellen wollte. Zu gleicher Zeittraten also damals mehrere hochstrebende Fürsten auf, die ernstlich
') Das. 35, 3. Vgl. Monatsschr. Jg. 1874, S. 437.
2) Könige II, 23, 25.