Josia's Reformen.
289
von dem Unflath der verschiedenen Götzenculte zu säubern. So wurdedas schandbare Astartenbild, welches Manasse in den Tempel gestellthatte, die Altäre und die Zellen für die Unzucht der Tempeldirneu,die dazu gehörten, ferner alle Geräthschaften zum Cultus des Baalund der Astarte, die Sonnenrosse am Eingang zum Tempel, endlichdie Altäre für den Gestirndienst, Alles wurde beseitigt, zerstört, imThale Kidron verbrannt und die Asche auf die Gräber der niederenBolksklasse gestreut. Die Stätte im Thale Hinnom, wo die Kindergeopfert wurden, ließ Josia verunreinigen. Die seit Salomo bestehendenCultusstätten auf dem Oelberg, die Chiskija noch für die Ausländerbestehen ließ, wurden durch Menschengebeine und Unrath verunreinigt,ebenso die Altäre im Eingänge der Stadt für den Cultus der Böcke *).Dann wurden sämmtliche Höhenaltäre im Lande aufgehoben. DieseSäuberung erstreckte sich bis Bethel, wo die eingewanderten Chuthäerund der Rest der Israeliten ihr Heiligthum hatten, und auch bis zuden Städten, die einst zu Samaria gehörten^). Die Priester derGötzen und der Höhenaltäre wurden abgesetzt; die von levitischerAbstammung mußten in Jerusalem weilen, um überwacht werden zukönnen, durften aber nicht opfern, erhielten indessen ihren Antheil vonden Abgaben an die Ahroniden. Die fremdländischen Priester, welchebei den fremden Culten fungirt hatten, wurden ganz und gar entferntund wahrscheinlich des Landes verwiesen^). Eine grausame Ausnahmemachte Josia mit den israelitischen Priestern in Bethel, welche nochden von Jerobeam eingeführten Cultus des Stierbildes fortgesetzt undzur Verirrung der Israeliten Anlaß gegeben hatten. Diese Priesterließ er auf den dort befindlichen Altären tödten und die Altäre selbstdurch Menschengebeine entweihen^). Weil von Bethel aus die Ver-kennung und Verkümmerung der uralten Gotteserkenntniß ausgegangen
>) Könige das. 23, 4—8 (vgl. o. S. 259), 1, 10—14.
2) Könige das. 23, 15—49.
2) Das. V. 5 heißt es manv.n rm mre-ni, darunter sind selbstverständlich diefremden Priester zu verstehen, riwv.m will entschieden nur aussagen, daßJosia sie aufhören gemacht, gestört hat, zu fungirsn. Daß sie getödtet wordenwären, liegt in dem Verbum keineswegs. Das Targum giebt es richtig durch^ 1 - 2 . Die syr. Version hat zwar dafür auch ibidp, es ist aber augenscheinlichein Fehler für ^i-n. Auch in IbXX ist ein Corruptel. Statt roü?
mutz gelesen werden x»rkn«vak.
Das. V. 20 auch Könige I, 13, 2. Unter du ma nma 'r-w können nurPriester von israelitischer Abstammung verstanden sein, wenn manbedenkt, daß nach der Deportation der Zehnstämme nur solche in Bethel fun-girten, welche ein assyrischer König für die fremden Colonisten aus der Ver-bannung hatte kommen lassen, s. o. S. 257. Josia verfuhr also strenger gegendiese als gegen die ausländischen m-mr.
Graetz, Geschichte der Juden. II. i.
19