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Geschichte der Juden.
des Götzenthuins vorzugehen, obwohl bereits eine geringe Rückkehr einesTheiles der Großen bemerkbar war, die bereits bei Jhwh schworen,wenn sie auch dem Götzenthume huldigten ^). Es mußten erst andereEreignisse auf Josia eindringen, ehe er sich dazu ein Herz faßte. Vonzwei Seiten kam der Anstoß, der den König bewog, diesen letzten Schrittzu thun. Der Anstoß kam von der einen Seite von einem Propheten,welcher im zarten Jugendalter eine kräftige und überwältigende Spracheführte, und von der anderen Seite von einem Buche, welches demKönig seine Halbheit augenscheinlich machte. Beide haben mit siegreicherGewalt in einem größeren Kreise eine bessere Gesinnung herbeigeführtund der alten Lehre Jugendlichkeit und den Schmelz der Poesie verliehen.Der Jüngling war der Prophet Jeremia und das Buch eine neueOffenbarung oder vielmehr die neue Auslegung zur alten Offenbarung.Wie fruchtreich der alte Stamm Juda's trotz der mehr als ein halbesJahrhundert dauernden Verkümmerungen unter Manasse, Amon undauch unter Josia's ersten Regierungsjahren noch immer war, beweistnichts augenscheinlicher, als die zwei duftenden Blüthen, welche sichdaraus zum Lichte ringen konnten.
Jeremijahu (abgekürzt Jirmija, Jeremia), Sohn des AhronidenChilkijahu (geb. 645—640 st. 580 — 570) stammte aus der kleinenStadt Anatoth (1^ Stunden nordöstlich von Jerusalem) im StammeBenjamin. Er war von Hause aus, wenn auch nicht mit Güterngesegnet, so doch nicht arm. Sein Oheim Schallum und dessenSohn Chanamel mütterlicherseits besaßen ein. erbliches Grundstück inAnatoth 2).
Reich und voll war aber Jeremia's Seele, klar gleich einem HellenSpiegel oder einer grundtiefen sprudelnden Quelle. Von Gemüth weichund zur Traurigkeit geneigt, machte der sittlich-religiöse Zustand seinerUmgebung schon in zarter Jugend einen wehmüthigen Eindruck aufihn. Das Falsche, Verkehrte, Unwürdige war seiner Seele zuwiderund erfüllte ihn, Wo er es bemerkte, mit Trauer. Wie viel Antheildie Erziehung an seiner Seelenstimmung hatte, läßt sich nicht bestimmen.Sein Vater Chilkija und seine Verwandten zeichneten sich durch nichtsaus, waren Priester gewöhnlichen Schlages. Seine Landsleute, diePriester aus Anatoth, haben ihn, seitdem er zu wirken begann, mit soglühendem Haß verfolgt, daß sie unmöglich die Richtung seines Geistesvorgezeichnet haben können. Wohl aber haben die hinterlassenen
1) Zephanja 1, 5; Jeremia 5, 2; 4, 2 vergl. 12, 16.
2) Jeremia 32, 7. Die Bezeichnung 1,6 bei der Berufung braucht
nicht gerade das Knabenalter anzudeuten. Jünglinge unter zwanzig Jahrenwurden auch als bezeichnet; vergl. B. I, S. 491.