Eindruck. Wenn nicht die Vorausverkündigungen der Propheten, sohaben doch die Thatsachen selbst die Verkehrtheit des Götzenthumsaugenfällig als Thorheit erkennen lassen. Haben die Götter derAssyrer, Babylonier, Phönicier, der Philister diese Völker vor demAnprall der wilden Scythen retten können? Eine Sinnesänderungtrat in Folge dessen wenigstens unter der Bevölkerung Jerusalemsein und am tiefsten im Gemüthe des Königs Josia. Er war vonNatur mild, fromm und empfänglich; nur aus Gewohnheit hatte er dengötzendienerischen Unfug, bestehen lassen, ohne davon mit ganzer Seeleeingenommen zu sein. Die gewaltigen Ereignisse machten ihn aufmerk-sam, daß er und sein Volk ans verkehrten Wegen wandelten. Erwagte indeß, zu einer besseren Ueberzeugung gelangt, nicht das Götzen-thum aus der Hauptstadt und dem Lande, welches länger als einhalbes Jahrhundert seit der Regierung seines Großvaters eingeführtwar, zu beseitigen. Die Fürsten Juda's, welche die Macht in Händenhatten und mit ihrem ganzen Wesen dem Götzenthum anhingen, mochteer nicht gegen sich reizen. Es gehörte dazu ein heldenhafter Ent-schluß, und dazu konnte sich Josia nicht aufraffen. Es galt also, ihnzur That, zur Geltendmachung seines königlichen Ansehens über seineUmgebung, die ihn umstrickte, aufzurütteln. Die Prophetenparteiarbeitete auf dieses Ziel hin, Josia zu bewegen, die Verehrnngsweisedes ureigenen Gottes und die Beseitigung der fremden Culte durch-zusetzen. Indessen nur nach einer Seite that er einen Schritt; erunternahm es, den Jhwh geweihten Tempel seiner Vereinsamung undseiner Baufälligkeit zu entreißen. In Folge der Einführung derfremden Culte war der Haupttempel, wenn auch nicht ganz ver-nachlässigt, so doch weniger beachtet. Gab es doch so viele Stättender Verehrung, die sämmtlich in höherem Ansehen standen, so vieleGötter wie Städte. Die Mauern, Hallen und Gebäude des Tempelsbekamen Risse und drohten einzustürzen, die Verzierungen waren ver-unstaltet Z. Wer sollte sich darum kümmern? Die Ahroniden, denendie Obhut des Tempels anvertraut war, hatten sich für die fremdenCulte verkauft, und die Treugebliebenen waren in Ungnade gefallenund aus dem Tempelumkreise verbannt. Diesem äußerlichen Verfallsuchte Josia zunächst zu steuern. Er berief wieder die verbanntenAhroniden und Leviten zum Tempeldienste und trug ihnen auf (um627) für die Sammlung der Spenden zur Ausbesserung des TempelsSorge zu tragen. An die Spitze derselben stellte er den HohenpriesterChilkija^), Sohn des Me schult am (oder Schallum), dessen Haus
*) Folgt aus Könige II, 22, 5—6.
2) Dieser Hohepriester und seine Nachkommen sind historisch. An 4 Stellen