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Geschichte der Juden.
wahrscheinlich unter dem Schutz eines daselbst aufgestellten Götzenbildes.Er hat wohl selbst den Ort für seine Bestattung ausgewählt unddamit zu erkennen gegeben, daß er unwürdig sei, in dem Grabmalseines Urahnen David beigesetzt zu werden.
Auf ihn folgte sein Sohn Amon (640 — 639), der zwar beiseiner Thronbesteigung älter als sein Vater war (zwei und zwanzigJahre), aber auch nicht mehr Einsicht als sein Vater bei seinemRegierungsantritt gehabt zu haben scheint. Das götzendienerischeUnwesen mit allen seinen sittenverderbenden Folgen bestand unter ihmfort, er scheint aber nicht, gleich seinem Vater, die Prophetenparteiverfolgt zu haben. Indessen er regierte eine so kurze Zeit, daß wenigvon ihm, seinen Thaten und Gesinnungen kund geworden ist.
Aus welchem Grunde waren die Großen seines Palastes unzufriedenmit ihm? War Amon vielleicht nicht eifrig genug in der Verfolgungder Andersgesinnten? Oder hat er sonst ihre Wünsche und Erwar-tungen durchkreuzt? Oder wollten sie während der Minderjährigkeitseines Nachfolgers die Zügel der Regierung ganz allein in die Handnehmen? Seine Diener, d. h. der Palasthauptmann und die übrigenihm nahestehenden Hofbeamten, verschworen sich gegen Amon und tödtetenihn in seinem Palaste (639). Beim Volke scheint aber Amon beliebtgewesen zu sein; denn es rottete sich zusammen, warf sich auf die Ver-schworenen, tödtete sie und setzte dessen achtjährigen Sohn Josia zumKönig ein (638 — 608). Dieser Thronwechsel hat Anfangs keine Ver-änderung herbeigeführt. Im Namen des unmündigen Königs herrschtenwieder die Fürsten Juda's und die Königssöhne, und diese verharrtenin den unter Manasse ungebahnten Verkehrtheiten und suchten sie zuverewigen. Als genügte der unzüchtige Baal- Astartencultus, diebabylonische Sternenanbetung und der scheußliche Dienst des Molochdurch Kiuderopfer noch nicht, führten sie götzendienerische Bräuche vonanderen Völkern ein, um die unersättliche Nachahmungssucht zu be-friedigen. Sie sprangen beim Eintritt in den Tempel über die Schwelle,wie die Anbeter des philistäischen Dagon, kleideten sich in fremde Trachten,die ebenfalls ihren Ursprung im götzendienerischen Wesen hatten U,
U Außer der Nachricht Könige II, 23, 4 fg. über die Vertilgung des Götzen-dienstes durch Josia, der also bis dahin bestanden hat, dient noch als Quelle fürdiese Zeit Zephanja 1, 4—9. In V. 5 eshrw ist gleich ool-v und
wie es das Targum richtig wiedergiebt. In V. 8 -aor L-wdQ s'vo'm undV 9 sind durchaus götzendienerische Bräuche genannt. Es ist
wichtig für die historischen Verhältnisse, Zephanja's Reden chronologisch zu präci-siren. Die Erste (l—2) läßt sich ziemlich genau fixiren, nicht bloß im Allgemeinenals Josia's Reformation vorhergehend, sondern auch speciell und chronologischdahin, daß sie den ersten Regierungsjahren Josia's angehört. 2,4 wird Askalons