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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

Solche Psalmen mit der Verbitterung gegen die Ruchlosigkeitder Machthaber wurden wohl geheim gehalten und dienten nur dazu,die Verfolgten unter einander zu trösten und zu stärken. ProphetischeReden haben sich aber aus dieser unglücklichen Zeit nicht erhalten.Den eifervollen Gottesmännern wurde nicht Zeit gelassen, ihre Redenaufzuzeichneu. Der gewaltsame Tod machte ihre Hand erstarren, ehesie noch zum Griffel greifen konnte, oder sie mußten ihre Gedankenzweideutig verschleiern Z. Als sollte die traurige Zeit der Vergessen-heit auheimfallen, haben auch die Geschichtsschreiber sehr wenig von denöffentlichen Vorgängen ausgezeichnet. Eine Judäa tiefberührende Be-gebenheit fiel in Manaffe's Regierung vor, und die Geschichtsbücherhaben sie gar nicht oder nur andeutungsweise erwähnt.

Einer der Söhne Sancherib's, welche diesen hochmüthigen Erobererim Tempel mit vatermörderischer Hand beseitigt hatten, Nergal-Scharezer, hatte sich auf den bereits wankend gewordenen Thronvon Ninive gesetzt. Auch er starb eines plötzlichen Todes durch dieHand seines Bruders Assarhaddon (um 680 bis 668). Dieserbenutzte die Verwirrung und den Bürgerkrieg, welcher in Babylonienausgebrochen war und mehrere Jahre dauerte, das assyrische Mutter-land wieder seinem Scepter zu unterwerfen. Dadurch gekräftigt, nahmAffarhaddon wieder den Kriegszug nach Aegypten auf, dessen Eroberungsei» Vater hatte aufgeben müssen. Er scheint aber seine Heere nichtzu Lande durch das halbverödete Nordpalästina und durch Juda, dessenUnterwerfung ihm Zeit geraubt hätte, geführt, sondern auf Schiffenbefördert zu haben, welche ihm die in derselben Zeit bezwungenenPhönicier hatten stellen müssen. Einige seiner Feldherren scheinen indeßau der judäischen Meeresküste gelandet zu sein, um durch DrohungenManaffe zur Unterwerfung zu bewegen. Dieser begab sich wohlpersönlich zu ihnen, um einen erträglichen Frieden zu erlangen, wurdeaber, wie erzählt wird, lebend zum Gefangenen gemacht und in Kettengeschlagen nach Babel abgeführt"). Es war ein schlimmes Vorzeichenfür das Haus David's, welches seinem Ursprung untreu gewordenwar und in verblendeter Vorliebe Fremdes gehegt hat. Der SohnSancherib's soll in derselben Zeit Gefangene der Länder, die er unter-jocht hatte, aus den Städten Babel, Chutha, Sefarwajim beide zum

U Der Prophet Nahum hat wohl in Manaffe's Zeit gesprochen;

vgl. dies. Monatsschr. Jg. 1874, S. 542. 546, man findet aber in seiner Redekeine Anspielung auf die Mißstände der Zeit.

2) Vergl. das. S. 536 sg. (Die neuere Litteratur in Schräders ArtikelAsarhaddon" bei Riehm-BaethgenZ

b) Chronik II, 33, 11; s. Monatsschr. das. S. 539 fg., 545 fg.