Der Prophetenmord.
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dem Götzendienste nicht betheiligen mochten, aus dem Tempel gewiesenund ihrer Einnahmen von den Opfern und Gaben verlustig gingen.Die Leviten, welche bei dem Opferdienst Hand anlegen mußten undden Priestern untergeordnet waren, wurden wohl gleich den Tempel-sklaven (Xotbinim, Oibsoiutsu) zum Götzendienst gezwungen. Es trafaber die Treuen noch Härteres. Durften sie schweigen zu dieser Um-kehr aller Ordnung, durften sie die Entweihung des die Heiligkeitvertretenden Tempels durch unzüchtige Bildnisse und unfläthigesTreiben mit ansehen, ohne im innersten Herzen von Schmerz ergriffenund von Eifer hingerissen zu werden? Sie schwiegen keineswegs.Die Propheten dieser Zeit erhoben laut ihre Stimme dagegen, undandere Glieder dieses Kreises haben wohl auf andere Weise ihrenAbscheu vor der Frechheit der Hofpartei und ihre Erbitterung zu er-kennen gegeben. Aber die Fürsten Juda's und der König Manasseschreckten vor keinem Frevel zurück. Sie erstickten die Prophetenstimmenin Blut. Wie die verruchte Jsebel ließen auch sie die Prophetendurch's Schwert umkommen ^). Die Namen dieser Märtyrer für dielautere Gottes- und Sittenlehre sind nicht bekannt geworden. EineSage erzählt, Manasse habe den großen, bereits in hohem Alterstehenden Jesaia zersägen lassen.
Jesaia hat indessen schwerlich die schändliche Regierung erlebt, aberseine Jünger sind ihr wohl zum Opfer gefallen. Manasse oder seineDiener oder Herren vergossen so viel unschuldiges Blut, daß (wie dieQuelle es bezeichnet), Jerusalem bis über den Rand davon voll war 2).Denn nicht bloß diejenigen, welche ihren Unwillen gegen die Frevellaut werden ließen, fielen durch's Schwert, sondern auch ihre Kinder.Auch die, welche stumm nur durch Mienen oder irgendwie durch ihreGesinnung Unzufriedenheit mit dem neuen Regierungssysteme vcr-riethen, entgingen der Strafe nicht. Wie leicht wird es parteiischenund entsittlichten Richtern die Unschuldigsten zu schweren Verbrechernzu stempeln?
Ein Klagepsalm aus dem Munde eines duldenden Sängers derohne Zweifel in dieser Zeit zu Gott emporgeschrieen hat, verlebendigt
h Könige II, 21; 10—>6 ist eine lange Periode, welche durch 7'2 77 7277,'72? eingeleitet und mit 7.72 .1277 .7272 »rv ', 2 : 27 ou abgeschlossen wird.Offenbar bezieht sich das ,.vergossene unschuldige Blut" auf die Propheten inder Einleitung. Darauf weist auch Jeremia 2, 30: mi.-w 22277 7 ^ 2.7
-777VL, d. h. sie haben Propheten-Mord begangen. Vgl. Nehem. 9, 26. DieNachricht im Talmud und Origenes, daß Manasse den Propheten Jesaia habezersägen lassen, ist wohl nur eine Sage; vgl. 0 . S. 109, Note 2 über Jesaia'sLebensdauer.
2 ) Könige das. 21, 16.