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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Die Spruchdichtuug.

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So ein treuer Sendbote für seinen Sender,

Er labet seines Herrn Gemüth.

Wolken und Wind ohne Regen,

So ein Mann, der sich trügerischer Gabe rühmt.

Durch Langmuth wird ein Häuptling überzeugt,

Dagegen zerbricht ein Knochen die weiche Zunge.

Hast du Honig gefunden, so' nur zur Genüge,

Damit du seiner nicht übersatt werdest und ihn ausspeiest.

Setze deinen Fuß selten in deines Nächsten Haus,

Damit er deiner nicht übersatt werde und dich hasse.

Keule, Schwert und gespitzter Pfeil,

Wer falsches Zeugniß gegen seinen Nächsten spricht.

Ein wackliger Zahn, ein wankender Fuß,

So die Zuversicht auf einen Ungetreuen am Tage der Noth.

Essig auf eine Ritzwunde,

So wer Lieder singt für ein unglückliches Herz.

Hungert dein Feind, so gieb ihm Brod,

Dürstet er, so reiche ihm Wasser;

Denn Kohlen schürest du auf sein Haupt,

Und Gott wird es dir vergelten" *).

War diese Dichtungsart einmal ausgeprägt, so war es leicht, siefortzubilden. Für die tieferen Beobachter des Lebens der Einzelnenund der Völker im Geiste der großen Propheten, wenn sie nurdichterische Begabung besaßen, gestaltete sich von selbst jede Erfahrungzu einem allgemeinredenden Kernspruche. So lange dieser prophetischeGeist im Kreise der Anserwählteu thätig war, wurde diese Spruch-dichtung fortgesetzt, selbst noch über die Zeit des nationalen Untergangeshinaus. Die Propheten bedienten sich ebenfalls der gnomischen Rede-weise und der Räthselsprüche. Dagegen wurde die Fabel- undParabeldichtung nicht ausgebaut, obwohl ein Ansatz dazu gemachtworden war und leicht hätte fortgesetzt werden können. Da die Poesieim israelitischen Volke niemals Selbstzweck lediglich zur Befriedigungdes Formensinnes war, sondern einem höheren Zweck diente und daherdurchweg einen lehrhaften und erziehenden Charakter hatte, so war dieFabeldichtung, welche doch denselben Dienst leisten sollte, überflüssiggeworden.

Wozu brauchten die Dichter dem Volke und den Großen aufUmwegen, durch Thiergespräche und Einkleidungen das, was ihnenfrommt, mitzutheilen, wenn diese es auf geradem Wege durch denMund der Propheten erfuhren? Diese waren doch die unermüdlichenWächter, standen auf ihrer Warte, berufen, Heil und Unheil ohneMnmmerei und Fiction zu verkünden. Selbst in gefahrvollen Tagen,

') fSpr. e. 25, 2 ff.sj S. darüber Note 8.