Die Spruchdichtung.
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„Besser ein Langmüthiger als ein Held,
„Und wer seinen Ungestüm beherrscht,
„Besser als ein Städtebezminger.
„Eine Zier des Menschen ist es, langmüthig zu sein,
„Und sein Ruhm, über den Fehl hinwegzugehen.
„Eine durchbrochene Stadt ohne Mauer ist ein Mann,
„Der seinen Ungestüm nicht hemmt.
„Besser ein wenig in Gerechtigkeit,
„Als Fülle von Ertrag ohne Recht.
„Besser ein Stück trocknes Brot und Frieden dabei,
„Als ein Haus voll von Opfern des Streites'").
Das thätige Leben, Emsigkeit und Fleiß, ward ganz besonders empfohlenund die Trägheit aufs schärfste gegeißelt.
„Wer seinen Acker bestellt, wird des Brodes satt,
„Wer Windbeuteleien nachläuft, ist sinnlos,
„Ein schnell errafftes Vermögen vermindert sich,
„Wer sammelt auf die Hand, mehrt es.
„Auch einer, der in seiner Arbeit erschlafft,
„Ist der Genosse oes Zerstörers.
„Hat der Träge seine Hand in den Schoß verborgen,
„So ist er müde, sie zum Mund zu bewegen.
„Vor Kälte pflügt der Träge nicht,
„Wird in der Erntezeit betteln — vergebens.
„An dem Felde eines trägen Mannes ging ich vorüber und andem Weinberg eines Unverständigen und siehe da, er war ganz inUnkraut aufgeschlossen, die Oberfläche war mit Kreuzdorn bedeckt, undder Steinzaun war eingefallen. Als ich das sah, nahm ich es mirzu Herzen: ein wenig Schlaf, ein wenig Träumerei, ein wenig Hände-falten, um zu liegen, da trifft wie ein Trabant deine Armuth ein unddein Mangel wie ein Schildträgers".
Eine Reihe zusammenhängender Kernsprüche, deren Ursprung ausChiskija's Zeit bezeugt ist, charakterisieren Vorgänge im Innern undsetzten Gewiffenskämpfe voraus. Dieser edle König suchte seinen Vorsatz,die Bösen aus seiner Nähe zu bannen und sich mit Guten zu umgeben,zu verwirklichen. Aber allein ist auch ein König nicht im Stande,eine solche Säuberung durchzuführen, sein Auge reicht nicht weit genugund kann nicht immer die Aufrichtigkeit von der Heuchelei, die Wirklichkeitvon dem Schein unterscheiden. Chiskija bedurfte daher der Vertrauten,
') Das. 16, 32; 19, II; 25, 28; 16, 8 (15, 16): 17, 1 (15, 17).
'') 12, 11 (28, 19); 13, II (20, 2l); 18. 9; 19, 24 (26, 15); 20, 4;24, 30—34, der Schluß auch 6, io—11 fg.; an der ersten Stelle offenbar ur-sprünglicher, weil ausführlicher. Der Spruch ist also älter als der Prolog zuMischle. Auch hier muß gelesen werden wie dort H.-mo steht. Beide
Wörter bedeuten — nach — „einen Trabanten" gleich
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