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Geschichte der Juden.
Am schärfsten betonten die Spruchdichter das religiöse und sittlicheLeben, sie stellten es als das höchste Ideal dar und faßten die Ge-danken zugleich so gedrungen und einfach, daß sie auch für Denkträgeverständlich wurden. Der Geist der Propheten sprach aus ihnen, undwas diese, vom Augenblick ergriffen, in längeren Reden nur so hiuge-worfen haben, haben die Spruchdichter in kernigen Gnomen allgemeinverständlich gemacht. Die Vorstellungen von Gott und seinem Wesensind die lautersten und erhabensten, die je von einem menschlichen Geistgedacht wurden:
„An allen Orten sind Gottes Augen,
„Spähen Böse und Gute.
„Grabestiefe und Hölle sind Gott gegenwärtig,
„Um wie viel mehr der Menschen Herzen.
„Jedem Menschen scheint sein Weg lauter zu sein,
„Aber Gott bestimmt die Geister.
„Des Menschen Herz plant seinen Weg,
„Gott aber richtet ihm den Schritt.
„Durch Liebe und Treue kann die Sünde gesühnt werden,
„Und durch Gottesfurcht kann man das Böse meiden.
„Gerechtigkeit und Recht üben,
„Ist Gott lieber als Opfer.
„Ein Gräuel ist Gott das Opfer der Frevler,
„Das Gebet der Redlichen hat sein Wohlwollen.
„Ein Gräuel ist Gott der Weg des Frevlers,
„Den, der Gerechtigkeit erstrebt, liebt er.
„Trügerische Wage ist Gott ein Gräuel,
„Volles Gewicht hat sein Wohlwollen.
„Doppelgewicht und Doppelmaß,
„Beides ist Gott verhaßt.
„Wer vermag zu sprechen,
„Ich habe mein Herz geläutert,
„Bin rein von meinen Sünden?'").
Am zahlreichsten sind in der Sammlung Sentenzen über dassittliche Leben enthalten, goldene Sprüche, desgleichen kein Volk desAlterthums aufzuweisen hat. Der Grundgedanke aller dieser Sprüche ist:„Wer in Harmlosigkeit wandelt, geht sicher'^).
Aus diesen folgen von selbst die Verhaltungsregeln für's Leben undfür die Mäßigung der selbstischen Regungen und Leidenschaften.
zur griech. Uebersetzung der Prov. S. 86; es ist wohl eine Subst.-Form wie.-!En. Das Wort i'iio ist wohl auch nicht heil, nusx bedeutet: wer die lärmend-zänkische Frau einsperren wollte, könnte ebenso gut Wind einsperren.
Ewald richtig — aber ist Subjekt und Objekt.
') Das. 15, 3."l1; 16, 2 (21, 2); 16, 9; 16/6; 21, 3; fIS, 8. 9.) 11, 120, 10; 20, 9.
2) Das. 10, 9.