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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Jesaia's Standrede gegen Schebna. 215

Heeresfolge, oder sie brauchten nicht gezwungen zu werden, da sie sichgern an einem Kriege betheiligten, welcher große Beute versprach. Sozogen denn mit dem assyrischen Großkönig viele Könige, und er konntesich rühmen, daß seine Fürsten sämmtlich Könige waren ^). In Judarüstete man sich zur Gegenwehr. Zur offenen Feldschlacht fühlten sichdie Kriegsführer allerdings zu schwach, sie dachten daher, durch dieBergfestungen, welche in Vertheidigungszustand gesetzt waren, dasassyrische Heer so lange aufzuhalten, bis ägyptische Hülfstruppen ein-trcffen würden. Mit besonderem Eifer wurde Jerusalem befestigt, dieschwachen Stellen der Mauer wurden ausgebessert, diese selbst erhöhtund die Häuser, welche in Folge der Ausdehnung der Stadt bis andie Mauer stießen, niedergerissen ^). Um die alte Befestigungslinie derDavidstadt (Zion) und der Unterstadt (Millo) wurde eine neue, äußereMauer gezogen^), auf der Mauer wurden die Thürme errichtet. Derobere Teich, welcher von einer Quelle (Gihon) gespeist wurde und mitWasser gefüllt war, wurde zngemauert und das Wasser vermittelsteines Kanals unterirdisch in die Stadt geleitet^); die Wasserleitung,welche von der Quelle Etam südlich von Jerusalem von Salomo an-gelegt war, wurde ebenfalls verschüttet, um dem Feinde das Trink-wasser abzuschneiden und eine längere Belagerung zu vereitelnDas Waffenhans,das Haus des Libanonwaldes", wurde mitKriegswerkzeugen versehen.

Die Seele aller dieser Arbeiten an der Befestigung Jerusalem'sscheint Schebna, der Palastaufseher und Verweser, gewesen zu sein(o. S. 205). Er, die Fürsten Juda's und ihr Anhang waren frohenMuthes und ohne Furcht vor dem Anrücken der Assyrer. Ja, esherrschte eine übermüthige Ausgelassenheit in Jerusalem, die Abendewurden bei fröhlichen Gelagen zugebracht; man und trank und warguter Dinge. Als könnte man die Ankunft des Feindes nicht erwarten,stieg man auf die Dächer hoher Häuser, um nach ihm auszublicken "ff.Schebna faßte aber auch, als kluger Mann, den schlimmsten Fallin's Auge, den Fall, daß er in diesem Kriege umkommen sollte.Dann sollte seine Leiche nicht, wie die anderer Personen irgendwobeigesetzt werden, sondern ein königliches Grabmal finden; er dünkte

*) Jesaia 10, 8.

") Vergl. weiter unten.

') Chronik II, 32, 5, wo aber gelesen werden muß a: n,lnzL n'b? bv, undb: in (nm) n8vn nn (Vgl. auch Oettli z. St.)

Das. V. 30. ne-r-i! bedeutet nach unten hin, unterirdisch, heißt

westlich.

Das. V. 34.

°) Jesaia 22, 1. 13.