Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Fcktes Knpitcl.

Abfall von Assyrien. Sancherib's Zug. Rührigkeit in Jerusalem. Schebna'sSturz und Eljakim's Erhebung. Jesaia's Eifer während der Belagerung.Der Prophet Micha II. Sancherib's Hochmnth. Rabschake vor Jerusalem.Fastenversammlung, Jesaia's Rede. Chiskija's Krankheit und Genesung.Untergang des assyrischen Heeres und Sancherib's Flucht. PsalmistischeSiegeslieder. Merodach-Baladan's Gesandtschaft an Chiskija. Erhebungder Dulder und ihre poetischen Ergüße. Hochzsitslied für den König Chis-kija. Die Spruchlitteratur (Ilisvbls). Sprüche aus der ChiskijanischenZelt. Warum die Fabel-Litteratur nicht angebaut worden ist. Sancherib'sund Chiskija's Ende.

(724 696 ).

Indessen nahmen die Dinge ohne Rücksicht auf Jesaias' Redenund. Rathschläge ihren Verlauf. Der König Chiskija denn in seinemNamen wurde gehandelt und gesprochen sagte sich von Assyrienlos, daß heißt, er sandte nicht mehr Huldigungsgeschenke nach Ninive.So vollzog sich denn das Unvermeidliche. Der König Sancherib(Sanacherib), der vielleicht damals erst den Thron bestiegen undBabylon wieder unterworfen und mit Assyrien verbunden halte, sammelteein zahlreiches Heer, um nicht bloß gegen Juda, sondern gegen Aegypteneinen gewaltigen Stoß zu führen. Durch die vorangegangene Unter-werfung der Zwischenländer, Aram, Phönicien, Samaria und Philistäa,ivurde Aegypten zugänglicher, indem die Hindernisse zu einem Angriffauf dasselbe beseitigt waren. Sancherib zog, wie es scheint, mit seinemHeere, oder wenigstens mit einem Theil desselben östlich vom Hermondurch das jenseitige Jordanland, unterwarf alle Völkerschaften, dienoch nicht durch die assyrischen Waffen unterjocht worden waren, dieKedarener, die Moabiter und Ammoniter, welche mit demumfassenden Namen Araber benannt wurden^), und zwang sie zur

*) Herodot nennt diesen König /Sasrlkd? -rr x«t

piwv, II, 141. Von dem Unglück Kedars sprach Jesaia 21, 16 fg. und von Moab,wozu auch Ammon gehörte, 16, 13 fg. Ob dieser Kriegszug in Verbindung stehtmit dem Sancheribs gegen die Griechen, von dem Berosus und Abydenus erzählen(in Eusebius Chronik), wobei er diese an der Küste von Cilicien geschlagen, dieStadt Tarson (Tarsus) erbaut, auch den Tempel der Athenienser (Anchialenser?Athene, Anait?) erbaut und seine Großthaten in Schrift verewigen ließ, läßtsich nach den dürftigen Quellen nicht entscheiden. Was die Assyriologen überSancherib zusammenstellen, ist voller Zweifel. (S. jedoch Meyer a. a. O. I,S. 464 ff.)