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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

Straßen Jerusalems umher. Dieser Aufzug sollte ein Vorzeichen sein,daß Aschdod fallen und Aegyptens Bewohner nackt und barfuß inGefangenschaft geschleppt werden würden. Als es endlich nach drei-jähriger Belagerung gefallen war, da brach Jesaia das Schweigen.Er gab von seinem Betragen während dieser Zeit die Deutung:

So wird der König von Assyrien die Gefangenen Aegyptensund die Verbannten Aethiopiens nackt und barfuß und mit entblößterScham wegführen. Und die Bewohner dieses Landes werden sprechen:Sich', so geht es dem Lande unseres Vertrauens, wohin wir wegenHilfe liefen, um uns vor dem Könige von Assyrien zu retten, wiewerden wir uns retten können?""^).

Aschdod's Fall und die Gefangenschaft der Philister übten indeßkeine abschreckende Wirkung auf hie judäischeu Staatsmänner aus; siesetzten vielmehr das Spiel ihrer Politik fort. Ohne Zweifel wurdensie dazu von dem dritten König der äthiopisch-ägyptischen Dynastie,von Tirhaka (Tahalka 2 ) aufgestachelt, indem dieser einen Krieg gegendas immer mehr nach seinen Grenzen vordringende Assyrien ernstlichin's Auge fassen mußte. Heimlich zogen jndäische Gesandte an denägyptischen Hof, suchten den König auf und schlossen mit ihm einfeierliches Bündniß, dessen Bedingungen gewesen zu sein scheinen, daßim Kriegsfälle eine berittene Schaar Aegypter Juda zu Hilfe kommensollte 2). Ein Zug von Kameelen und Maulthieren trug reiche Schätzevon Jerusalem nach Aegypten ^), weil dieses selbstsüchtige Land, obwohleines Bündnisses bedürftig, nicht umsonst Hilfe leisten mochte. DasBündniß wurde abgeschlossen und die Loslösung Judas von Assyriensollte erfolgen.

So geheim auch die Unterhandlung betrieben und so sehr die Schritteder öffentlichen Aufmerksamkeit entzogett worden waren, Jesaia's pro-phetischem Blicke waren sie nicht entgangen, und er bot die ganze Kraftseiner Beredsamkeit auf, dieses thörichte Beginnen womöglich noch zuvereiteln; seine glänzendsten, ergreifendsten Reden stammen aus derZeit der äußersten Spannung. Alle Mittel der prophetischen Redekunst,Schilderung des hereinbrechenden Unglücks, Spott über die Verblen-dung, milde Ermahnung und frohe Aussicht in die Ferne, wendete eran, um die Starrsinnigen von ihrem Vorhaben abzubringen. Dieschönsten Wendungen und die treffendsten Gleichnisse strömten überseine Lippen, ungekünstelt, Eingebungen des Augenblicks, gewaltig und

1) Kap. 20, 1 sg.

2) S. Frankel-Graetz, Monatsschr. Jg. 1874, S. 489 fg.

°) Jesaia 36, 6. 8; 30, 16; 31, 1.

U Das. 30, 6.