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Geschichte der Juden.
ihnen bald von der einen, bald von der andern Seite, von ihrenVerbündeten nicht minder, als von ihren Gegnern. Gleich nach Achas'Tode, als auch in Assyrien ein Regentenwechsel eingetreten war, sandtendie Philister eine Botschaft nach Jerusalem, um den jungen Königin ein Bündniß gegen Assyrien hineinzuziehen. Sie standen zwar mitJuda nicht auf freundschaftlichem Fuße und hatten unter Achas mehrereStädte davon losgerissen nichts desto weniger knüpften sie einediplomatische Unterhandlung an, um sich mit seiner Hilfe der Noth-lage zu entziehen. Das Land Juda hatte unter Achas zu Assyrien ge-halten, und nun sollte es verlockt werden, sich zu Aegypten zu schlagen.Damals, in den Flitterwochen oder -Monaten der Regierung desKönigs Chiskija, durfte noch der Prophet Jesaia sich herausnehmen,die Antwort einzugeben, welche den philistäischen Gesandten ertheiltwerden sollte.
„Was man den Boten der Volker antworten soll?
„„Daß Gott Zion gegründet hat,
„„Und in ihm werden die Dulder seines Volkes geborgen sein"".
Die philistäischen Boten und die der obigen Völker, welche einBündniß gegen Assyrien geschlossen hatten, zogen unverrichteter Sachewieder ab ^). Juda blieb im Vasallenverhältniß zu Assyrien, selbstals das Zehnstämmereich sich im letzten Kampf gegen dasselbe aufrieb.Man kann aus der Zeiten Ferne nicht beurtheilen, ob die Theilnahm-losigkeit Juda's an dem Untergang der Bruderstämme ein Fehler, einVerbrechen oder eine Klugheit war. Chiskija war jedenfalls unschuldigdabei. Seine Stimme galt wenig im Rathe, wenn es sich um Kriegoder Frieden handelte. Unerwartet und außerordentlich befremdendverfolgten die judäischen Staatsmänner nach Samaria's Fall einePolitik, welche vorher klüger und jedenfalls edler gewesen wäre. Sieverfolgten den Plan, mit Assyrien zu brechen und sich Aegypten anzu-schließen. Haben sie die Theilnahmlosigkeit an dem Untergang derBruderstämme, als es schon zu spät war, bereut? Oder hatte derassyrische Eroberer ihnen für die Neutralität Juda's Versprechungenvon Besitzvergrößerung gemacht und nicht Mort gehalten? Oder hatsich Inda durch die Besitznahme des Gebiets von Ephraim von Seitender Assyrer eingeengt gefühlt und von ihnen Unbilden und Verachtungerfahren, die es zur Verzweiflung trieben, das Joch der Vasallenschaftabzuschütteln? Oder endlich war in Ninive eine Veränderung vorge-gangen, welche den judäischen Staatsmännern Hoffnung machte, dastollkühne Unternehmen zu einem glücklichen Ende zu führen? Was
') Chronik II. 28, 18.
2) Vergl. o. S. 197.