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Geschichte der Juden.
Wie viel hatte indessen Chiskija aufzuräumen, um das Land unddie Köpfe von dem angehäuften Schmutz des Götzenthums und derUnsittlichkeit zu säubern! Der Tempel war verödet, dagegen wardas Land gefüllt mit Götzen und Altären. Das Heiligthum öffneteChiskija wieder und stellte es in seiner Würde wieder her. Sämmt-liche Abbildungen der Götzen ließ er zerstören, auch die Schlange ausErz, das Symbol des Heilgottes, ließ er beseitigen. Um aber gründ-lich den Unfug der wüsten Götzendienerei ein für alle Mal abzuthun,erließ er einen Befehl, daß auf den Anhöhen und Bergen nicht mehrAltäre errichtet und geopfert werden dürfte, nicht einmal für Jhwh,sondern jeder, welcher das Bedürfniß fühlte, Gott zu verehren, solltesich zum Tempel nach Jerusalem begeben ^). Diese Maßregel erschiengewiß Vielen als eine Härte; denn die Kultusfreiheit war eine her-gebrachte Sitte aus uralter Zeit. Mehrere Stätten genossen einenheiligen Ruf, so besonders Beerseba und wohl auch Hebron, derehemalige Hauptort des Stammes Juda. Den tief im Süden wohnen-den jehudäischen und simeonitischen Hirten war es unbequem, ihreTriften zu verlassen, um sich mit ihren Opfern nach Jerusalem zubegeben. Indessen Chiskija durfte diese Freiheit oder Zügellosigkeitnicht schonen, wollte er mit der Läuterung des Volkes von seinen ge-dankenlosen Gewohnheiten Ernst machen. Als das Frühlingsfest her-annahte, befahl er, daß das Paschalamm, welches bis dahin aufPrivataltären dargebracht worden war, nur im Heiligthum zu Jeru-salem geopfert werden sollte. Er verlegte indeß das Fest vom erstenMonat auf den folgenden, ohne Zweifel, weil die Frühlingszeit nochnicht eingetreten, die Gerstenreife, welche nach dem Gesetze den Monatfür die Feier dieses Festes anzeigen sollte, noch nicht vollendet war,kurz die Jahreszeit nicht gleichen Schritt mit der Berechnung desJahres nach Mondmonaten gehalten hatte. Diese Wahrnehmung,daß die kurzen Mondjahre von Zeit zu Zeit nicht mit den Jahres-zeiten nach dem Stand der Sonne übereinstimmten, führte darauf,nach je zwei oder drei Jahren einen Mondmonat einzuschalten, einemJahr dreizehn Mondmonate zu geben und solchergestalt die Berech-nung nach der Sonne und dem Monde auszugleichen. Seit Chiskijaist wahrscheinlich das Einschaltungsverfahren eingeführt worden °).In Babel und Ninive, mit denen Judäa seit Achas' Regierung imVerkehr stand, waren diese gebundenen Moudjahresformen und Schalt-jahre längst im Gebrauch. Chiskija hat wohl diese Kalenderordnungfür Juda eingeführt.
i) Könige II. 18, 4. 22.
-) S. B. I, S. 476 fg. 481.