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Geschichte der Juden.
„Vom Euphrat bis zur Erden Grenze. '
„Vor ihm werden seine Feinde knien,
„Und sein Widersacher den Staub lecken,
„Selbst Tarschisch' Könige und der Inseln ihm Huldigung bringen„Die Könige von SchebL und Sabäa Geschenke reichen.
„Beugen werden sich vor ihm alle Könige,
„Alle Fürsten ihm unterthan sein,
„Weil er rettet der Flehenden Leiden,
„Der Dulder ohne Annehmer,
„Achtet auf die Armen und Leidenden„Und befreiet der Dulder Leute,
„Von List und Gewalt erlöst er ihr Leben,
„Und kostbar ist ihr Blut in seinen Augen"*).
Diese Dulder im Staube erwarteten von Chiskija den Eintritt einer '
edlen Gerechtigkeit und ihre Erhebung aus der Niedrigkeit. In Folgeder Gerechtigkeit werde ewiger Friede herrschen, wie ihn die Prophetengeschaut, und die Unterwerfung aller Machthaber. Die Könige desfernen Karthago und der Inselwelt, die Könige des glücklichen Arabienund des Oasenstaats Merotz bei Aegypten werden dem gerechten KönigeChiskija huldigen. ^
Chiskija's Regierungszeit, die reich an Tugenden, reich an ge-waltigen Ereignissen und reich an dichterischen Schöpfungen war, wäreein goldenes Zeitalter gewesen, wenn seinem Wünschen und Wollen >>nicht eine Schranke gezogen gewesen wäre, die er nicht durchbrechenkonnte. Das Königthum in Juda war lange nicht mehr allmächtig,die Fürsten Juda's hatten schon lange die königliche Machtvollkommen-heit beschränkt. Wenn sie vereint auftraten, war der König ihremWiderstand gegenüber machtlos. Sie hatten die Richterstellen inne,und mit dem Richteramt war auch die Regierungsgewalt verbunden,welche durch beigegebene Schreiber oder Büttel (Kodotör) ausgeübtwurde. Der einzelne Mann, der Kleinstädter, der Ackerbauer undder Hirte kannte nur den ihm zunächst Vorgesetzten Fürsten oder Richterund zitterte vor ihm. Die Klagen der Unterdrückten drangen seltenzu den Ohren des Königs. Es frommte dem Volke wenig, daß Chis-kija gerecht, edel, gottesfürchtig, ein Freund der Armen und Unter-drückten war, er hatte keine Organe, seinen guten Willen und seineedlen Vorsätze durchzusetzen. Selbst in der Hauptstadt war seineMacht gebrochen. Neben ihm herrschte der Palastaufseher oder Ver-weser (8ooöKn2), das Heer und die Beamten des Hofes unter-standen, und der den König wie einen Gefangenen in den Gemächerneingeschlossen hielt. Die Anschauung, daß es eine Entwürdigung der
*) Ps. 72. S. Note 7.
2) S. Note 4.