Der König Hosen. Salmanassars Zug gegen Samaria. 197
Wie trostlos auch die Gegenwart war, so hat doch jeder Prophetseine Drohreden mit einem Hinweis auf eine lichte Zukunft für Israelgeschlossen.
Indessen vollzog sich das Verhängniß über das Reich Samaria.Jeder Schritt, den die Machthaber zur Rettung thaten, führte nur zumVerderben. War es die Einsicht in die Zerfahrenheit und Schwäche, oderwar es eine gedankenlose Laune, daß sie doch Hosea, Sohn Ela's,den Mörder des Königs Pekach, als König anerkannt haben? Dieserletzte König von Samaria (um 727—719) war besser als seine Vor-gänger, oder vielmehr nicht so schlecht wie sie, er war auch kriegerisch.Aber auch er vermochte nicht den Untergang abzuwenden. Wie esscheint, näherte er sich heimlich Aegypten, das stets falsche Hoffnungenvorspiegelte. Gerade um diese Zeit zog ein kriegerischer König vonAssyrien, Salmanassar, gegen Elulal, König von Tyrus und ganzPhönicien und brachte sie in Unterthänigkeit. Der lyrische König ver-mochte nicht Widerstand zu leisten st. Bei dieser Gelegenheit richtetesich Salmanassar auch gegen Samaria, um es mit einem Einfall zu über-ziehen. Hosea wartete nicht lange, sondern ging dem Großkönig ent-gegen, unterwarf sich ihm und versprach Huldigungsgestenke. Aberkaum war der assyrische Großkönig abgezogen, so wurde gegen ihn ge-wühlt. Von der einen Seite sann Elulaä darauf, seine Unabhängig-keit wieder zu erlangen und warb um Bundesgenossen, und von derandern Seite lockte Sevichos (Sßo), Herrscher von Aegypten, derzweite von der äthiopischen Dynastie, zum Abfall von Assyrien, weildie immer wachsende Machtausdehnung dieses Reiches ihn mit Schreckenerfüllte. Hosea traute dieser Lockstimme, sandte Boten an Sevichos,um mit ihm ein Schutzbündniß zu schließen und zugleich Hilfstruppen,oder wenigstens Rosse zu verlangen. Zu gleicher Zeit kündete auchTyrus den Gehorsam gegen Salmanassar auf und rüstete sich zumKriege. Es war eine allgemeine Erhebung der Nachbarvölker gegendas Völker-knechtende, übermüthige Assyrien. Die Philister nahmenauch Stellung gegen diesen Großstaat. Nach Ahas' Tode sandten dieVerbündeten Boten nach Jerusalem, um seinen Nachfolger Chiskijazur Parteinahme gegen Assyrien und zum Eintritt in den Bund zubewegen 2). Hosea begann den Abfall damit, daß er die jährlichen
st S. darüber Frankel-Graetz, Monatsschr. Jg. 1874, S. 532 fg.
st Folgt aus Jesaia 14, 28 fg. Daselbst ist angegeben, daß die Prophe-zeihung nach Achas' Tod gehalten wurde. Zu Schluß heißt es >nvi
'v, oder, wie und i?S8obiro haben, iS-volv, bezw. d. h. o'u wustr.
Der Sinn kann nur der sein: „Was soll man den Botschaftern der Völker ant-worten?" nämlich 'in ms m-' w, d. h. daß Gott, der Zion gegründet, es auchbeschützen weroe, ein Bündniß mit den Völkern also überflüssig sei. Es müssen