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Der Prophet Hosea II.
Dieser letzte Prophet des Zehnstämmereichs gab sich aber keinerTäuschung hin, als wenn seine Reden das Volk und besonders dieFürsten auf den rechten Weg znrückführen würden. Mit Wehmuthsprach er aus, daß diese Unverbesserlichen nur durch ein grausigesStrafgericht, durch Elend und Verbannung gebessert werden können;aber schweigen durfte er doch nicht, und so sprudelte er seine mahnendenund strafenden Worte hervor:
„Hört Gottes Wort, ihr Israeliten,
„Denn eine Rüge hat Gott gegen des Landes Einwohner.
„Denn es ist keine Treue, keine Liebe,
„Keine Gotteserkenntniß im Lande.
„Meineid, Lug, Mord, Diebstahl, Ehebruch„Sind im Lande verbreitet,
„Und Mordblut reiht sich an Mordblut.
„Darob wird das Land trauern,
„Und alle seine Bewohner vernichtet werden,
„Des Feldes Thiere und des Himmels Vögel,
„Und selbst die Fische des Meeres werden hingerafft.
„Doch soll Niemand rügen, Niemand zurechtweisen").
Allen Ständen sagte daher Hosea die ungeschminkte Wahrheitund verschonte noch weniger die Priester.
„Meines Volkes Sündopfer verzehren sie„Und ziehen es zu ihren Lastern hinüber:
„So werden Volk und Priester gleich").
Seine Strafreden galten zumeist dem israelitischen Reiche. VonJuda spricht er nur wie von einem Verführten, weil dessen Fürstenes Israel nachthaten.
„Israels Hochmuth zeugt gegen ihn in's Gesicht,
„Israel und Ephraim werden durch ihre Schuld straucheln,
„Juda strauchelt auch mit ihnen. . .
„Mit ihren Schafen und Rindern gehen sie,
„Den Herrn zu suchen,
„Sie finden ihn nicht.
„Er hat sich von ihnen losgelöst").
„Was soll ich dir thun, Ephraim,
„Was dir thun, Juda?
„Eure Liebe ist wie eine Morgenwolke,
„Wie Thau,der schon früh schwindet").
st Das. 4, 1-4.st Das. V. 8.st Das. 5, 5 fg.st Das. 6, 4.
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