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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Lage des samaritanischen Reiches.

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ahmungssucht des Fremden, und was die Afterpropheten in ihrerLiebedienerei dafür ausgaben. Die Propheten konnten den Ver-blendeten zurnfen:Was Gott von dir verlangt, ist weiter nichts, alsGerechtigkeit üben, Milde lieben und demüthig wandeln mit deinemGottes. Die Aussprüche der Propheten erschienen nicht mehr alsEingebung ihres eigenen Sinnes, sondern als Auslegung und Er-läuterung des Wortes, welches Mose, der große Führer, verkündethatte. Die Prophetenjünger oder diejenigen, welche auf das Wortder Gottesmänner lauschten, konnten sich an der Thora belehren,stärken und aufrichten.

Jndeß gingen die politischen Ereignisse ihren Weg, und es schürztensich neue Knoten. Im samaritanischen Reiche, welches durch Los-trennung des Ost- und Nordgebietes nicht mehr das Zehnstämmereichgenannt werden konnte, wucherte die alte Lasterhaftigkeit und Kurz-sichtigkeit verderblich fort. Die Wunden, welche die Asshrer ihm ge-schlagen hatten, waren nicht im Stande, den Hochmuth zu demüthigenund die Selbstsucht der Machthaber zu vermindern. Trotzig sprachen sie,der kläglichen Wirklichkeit spottend:Ziegelbauten sind eingestürzt, nun,so wollen wir Quaderbauten aufführen. Sykomoren sind umgehauenworden, nun, so wollen wir dafür Cedern einpflanzen" ^). DieTrunksucht ließ den ephraimitischen Adel nicht zu der Erkenntnißkommen, daß die bisherigen Niederlagen ohne mannhaftes Anfraffennur ein Vorspiel zum völligen Untergang bildeten. Zu dieser Ver-blendung gesellte sich noch die Anarchie oder war eine Folge derselben.Nachdem Pekach durch die Hand des Hauptes der Verschworenen,Hosea's, des Sohnes Ela's (o. S. 136), gefallen war, vergingenneun Jahre, in denen sich kein König behaupten konnte^)- Hoseascheint Anfangs die Dornenkrone von Samaria abgelehnt zu haben;einen Andern, der sich königliches Ansehen hätte verschaffen können,gab es nicht. Die Fürsten Israels waren eifersüchtig auf einanderund mochten sich einem ihres Gleichen nicht unterordnen. Indessenscheinen im Laufe der neun Jahre einige Große dennoch die Machtan sich gerissen und sich zu Königen aufgeworfen zu haben; aber siewurden eben so rasch wieder von adeligen Verschworenen gestürzt.Königsmord folgte daher in der kurzen Zeit auf Königsmord ^).In dieser Zeit der Auflösung aller Bande nahmen Laster und Ver-

') Micha 6, 8.

") Jes. 9, 89. Aus dem folgenden Verse geht hervor, daß Jesaia diesnach Tiglat-Pileser's Invasion gesprochen hat.

°) Vergl. B. I, S- 475.

Vergl. Note 3.