V
siebentes Kapitel.
Der Untergang des Reiches Samaria und das davidische Haus.
Das samaritanische Reich nach Pekach's Tode. Anarchie, Räubereien und More.Schaukelsystem zwischen Assyrien und Aegypten. Prophetenverfolgung. DerProphet Hosea II. Der König Hosea. Salmanassar's Zug gegen Phönicienund Samaria. Hosea's Vasallenschaft und Abfall. Krieg gegen ihn. Be-lagerung und Untergang Samaria's. Die zehn Stämme. König Chiskija.Prophezeihung über ihn. Sein Regierungsmanifest. Der PalastaufseherSchebna. Chiskija's Reformen. Die Kalenderordnung. Chiskija's Cha-rakter und schwankende Regierung. Verhalten gegen Assyrien. Jesaia'sThätigkeit. Diplomatische Unterhandlung mit Aegypten.
(736 — 711 ).
Dieses eigenartige, unvergleichliche Gesetzbuch, welches nicht bloßdie kurze Spanne der Gegenwart und nicht bloß den engen Kreisdes von der Selbstsucht überwachten Besitzstandes regeln will, sondernweit ausgedehntere, idealere Ziele ins Auge faßt, konnte weder augen-blicklich, noch auf die große Menge überhaupt eine umwandelndeWirkung hervorbringen. Es verging eine geraume Zeit, ehe dasVolk, dessen Herz durch Wahn und Verkehrtheit stumpf geworden,dessen Ohr taub für die Wahrheit und dessen Auge blind für dieGeisteswunder war, der Thora Aufmerksamkeit znwendete. Wiesollten die im samaritanischen Reiche, welche die Gottheit in Stiergestaltanbeteten, oder die im judäischen Reiche, welche der König Achas anWahngebilde und Kinderopfer gewöhnt hatte, wie sollten sie für einSchriftdenkmal, welches die lauterste Lehre von Gott, die Lebens-heiligkeit und Bernfshoheit den Nachkommen Abraham's verkündet,Verstäudniß haben? Es ist daher nicht erstaunlich, daß das Volk im.Ganzen, als ihm die Thora vor Augen gelegt wurde, sie als etwasNeues, .Fremdes betrachtetes, weil sie seinen Gewohnheiten undVorstellungen stracks entgegengesetzt war. Nichtsdestoweniger war dieVeröffentlichung der Thora von weittragender Bedeutung. Sie hateine bessere Zukunft angebahnt. Für den Augenblick hatte sie dieBedeutung, daß der prophetische und levitische Kreis bei seinen Be-lehrungen und Ermahnungen darauf verweisen konnte: das ist GottesWille und Gesetz, nicht was die Könige in ihrer sklavischen Näch-st S. Note 6.