Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

Geschichte der Juden.

Aber dieser wußte selbst nicht, welche Strafe über ihn verhängt werde»sollte, bis ihm offenbart wurde, daß der Tod durch Steinigung aufmnthwillige Sabbatentweihung erfolgen sollte. An diesen Vorgangreiht sich die Vorschrift, daß die Israeliten an den Zipfeln ihresObergewandes Quasten mit himmelblauen Purpnrschnüren machensollten, damit sie durch den Anblick derselben an ihren PriesterlichenBeruf der Heiligkeit gemahnt werden sollten, ähnlich wie der Hohe-priester ein ganz himmelblaues Oberkleid tragen sollte, in der Farbe,welche Heiligkeit bedeutet. Durch den Anblick der Quasten sollten siestets erinnert werden, daß sie nicht eigener Einsicht und eigenem Ge-lüste nachhängen, sondern lediglich der Vorschrift des Gesetzes folgensollten Z.

Der zweite Vorfall aus dem letzten Jahre der Wüstenwanderung,den die Thora erzählt, ist die Geschichte des K ora (Korach), wie dieseraus der vornehmen Levitenfamilie, ferner Dathan und Abiram ausdem ältesten Stamme Rönben und noch zweihundertfünfzig vornehmeMänner sich gegen Mose und Ahron aufgelehnt haben, als wenn diesesich Vorzug, Herrschaft und Heiligkeit angemaßt hätten. Es folgtedarauf die Strafe wegen angemaßter Priesterlichkeit und die Aus-zeichnung Ahron's durch das Erblühen des Stabes. Daran sind Gesetzegereiht, welche Bezug haben auf die Ordnung der Ahroniden, der Levitenund Laien im Verhalten zum Tempels. Die Thora erzählt ferner,daß Mose und Ahron selbst der Strafe nicht entgingen und das Land derVerheißung nicht betreten durften, weil sie vom Befehl Gottes, wennauch nur um ein Geringes, abgewichen sind^). Dann werden die letzten

') Numeri 15, 37 sg. Ausfallend ist es, daß an die Geschichte von derSabbatentweihung das Gesetz von den Quasten mit der himmelblauen Schnur

b'ns angereiht ist. Daß dieses Gesetz eine symbolisch - belehrende Bedeutunghat, ist dabei selbst angegeben, V. 39 'onu niri.n ni, . . b-rio) ,nn aommL'vnp am'.m . . . ao'rx 'irmi 00208. Offenbar soll die blaue Farbe an Heiligkeitmahnen. Nun war diese Farbe bei den priesterlichen Gewändern vorhanden,der Hohepriester sollte ein Gewand von dieser Farbe tragen (Exodus 28, 31).Folglich soll die Quaste an den priesterlichen Beruf Jsrael's erinnern, ganz be-sonders aber daran, nicht eigener Einsicht zu folgen, vgl. o. S. 152, sondern demgöttlichen Gesetze. Der Man», der das Sabbatgesetz übertreten, hatte sich, vonseiner eigenen Einsicht verleitet, darüber hinweggesetzt. Diesen Gedankengangscheint die Erzählung mit dem Gesetze zu verbinden. Uebrigens kann v'up ire>pvV. 32 nicht gleich sein, wie u-p irirp-o Exodus 5,7 fg. Denn dieses Verbumstammt von vp und kann schwerlich aufHolz sammeln" übertragen sein. Esscheint vielmehr dialektisch verwandt mit oop Ezechiel 17, 9 und dieses ist gleichpup, alsoHolz abschneiden" ebenso Könige I, 17, 10 fg.

°) S. o. S. 94.

°) Numeri 20, 1 sg.