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Geschichte der Juden.
zur Erkenntuiß und Bekenntniß gelangte: „Jhwh, der Gott Israels,ist größer denn alle Götter" *).
In den schönsten Farben und dramatischer Anschaulichkeit erzähltdie Thora die Gesetzesoffenbarung am Sinai. Sie stellt diesen Vor-gang in den Vordergrund. Der Darstellung sieht man es an, daß siemit der Sprache zu kämpfen hatte, um das Erhabene und Unbegreif-liche begreiflich und verständlich zu machen. Das ganze Volk hat dieWorte der Offenbarung vernommen, und doch hat das göttliche Wesen,von dem sie ansgegangen, keinerlei sichtbare Gestalt. Bon einemRaume aus sind diese Worte ertönt; scheinbar erschien Gott auf demBerge Sinai in Glanz und Hoheit; aber Gott kann doch nicht in einemRaum gedacht werden!
Als Einleitung wird das Wort voransgeschickt: „Ihr habt ge-sehen, was ich an Aegypten gethan, wie ich euch auf Adlers Flügelngetragen und zu mir gebracht. Wenn ihr mein Bündniß bewahret, sosollt ihr mir ein kostbarer Schatz unter allen Völkern sein, obwohldie ganze Erde mir gehört. Ihr sollt mir ein Reich von Priesternund ein heiliges Volk sein". Den Hauptinhalt des Bündnisses sollendie heiligen Zehnworte bilden, welche das Volk selbst am Fuße desSinai unter außerordentlichen Erscheinungen vernommen hat. Gewichtlegt die Thora auf die Thatsache, daß das Volk nur eine Stimmevernommen, aber keine Gestalt gesehen, und daraus leitet sie die Nutz-anwendung, daß kein Bildniß Gottes von Silber oder Gold gemachtwerden soll. Zur Gottesverehrung genügt ein Altar aus Erde, abernur an dem Orte, ans den Gott seinen Namen rufen wird ^). Zueinem Altar aus Stein soll nicht das Eisen verwendet werden, Weiles an den Krieg erinnert; auch soll der Altar nicht hoch angelegt undnicht mit Stufen versehen sein, weil dadurch beim Hinaufsteigen dieBlöße zum Vorschein kommen müßte. Werkzeuge des Mordes und dasZeichen des Thierischen sollen vom Heiligthume fern bleiben.
H Das. 18, II fg.
") Das liegt in dem Worte Exodus 20, 22; 24, 10.
2) Das. 20, 24. 'in twn 'ne> rm ivn vipnn kann nichts anderesbedeuten, als: an irgend einem Orte, wo ich meinen Namen werde nennenlassen", d. h. den ich als Heiligthum bestimmen werde. 'vv nn mrin ist gleich
nn oder n-e- nn pv oder bp 'rar nnpn Sämmtliche alte Versionen habenhierbei die erste Person. Es ist daher eine Uebereilung von Merx, wenn er diezweite Person dafür emendirt, um eine mögliche Hypothese zu beweisen. (Tuchs,Comment. über die Genesis, 2. Auflage 1871, Nachwort S. 6XVI. Anmerk.:„es muß heißen nvn d. h. „wo du meinen Namen verkündest, einen 2iürmachst)". Merx beruft sich auf Jbn-G'anach als Vorgänger dieser Emendation;das ist nicht richtig; vsrgl. Lilrmali p. 101, Note. Aber selbst Jbn-G'anach'sAutorität genügte nicht, um einen so deutlichen Sinn zu ändern.