Jakobs Söhne.
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konnte Jakob nicht mehr in der Nähe von Sichem, in Silo, verweilenund zog zunächst nach Bethel. Hier sollte er einen Altar für denGott bauen, der ihn bis dahin aus Nöthen errettet hatte. Aber mitden Götterbildern der Fremde, welche die Seinigen in Sichem erbeutethatten, sollten sie nicht den Ort betreten, der zum Hause Gottes (Bet-El)bestimmt war. Auf des Vaters Ermahnen legten sie dieselben ab.In Bethel bestätigte ihm Gott den Namen Israel (Machtbesieger),den er fortan statt Jakob führen sollte.
Ehe er indeß den Aufenthalt seines Vaters erreichte, wurde ervon zwei Vorgängen schmerzlich berührt. Seine Lieblingsfrau starbin Ramah in Kindesnöthen bei der Geburt ihres zweiten Sohnes,Benjamin, auf dem Wege nach Bethlehem, und sein ältester SohnRöuben schändete sein Beilager durch Unzucht mit seiner Kebsin Bilha.Diese Frevelthat schmerzte Jakob tief ^). In Folge dessen büßte Röubendas Erstgeburtsrecht ein. Die Thora erzählt, daß der Vater auf demTodtenbette in Versen ihm diesen Vorzug entzogen hat:
„Röuben, Du bist mein Erstgeborener und Erstling meiner Mannheit,„Bevorzugt an Würde, bevorzugt an Macht.
„Aufschäumend wie Wasser, sollst Du nicht bevorzugt sein,
„Denn Du hast Deines Vaters Bsilager bestiegen,
„Damals hast Du mein Bett entweiht^).
Doch das war nicht der einzige Schmerz, dem ihm seine Söhne be-reitet haben. Die üblen Folgen der Vielweiberei kamen durch dieAbneigung der Brüder von den verschiedenen Frauen gegen einanderzum Vorschein. Die Erzählung verschweigt diese Folgen nicht, um dasVerderbliche der Vielweiberei darzulegen. Joseph, der Sohnder geliebten Rahel, war der Liebling seines Vaters, und dieser zeich-nete ihn vor allen seinen Söhnen aus. Diese Vorliebe erregte denNeid und Haß seiner Brüder, der sich noch mehr steigerte, als Josephdie bösen Reden, die ihnen entschlüpft waren, dem Vater hinterbrachteund ihnen zu erkennen gab, daß er von dem Gedanken erfüllt war,die Herrschaft über sie zu erlangen. Deßwegen trachteten diese garnach seinem Leben und hätten den Mordplan ausgeführt, wenn nichtder älteste Bruder, Röuben, welcher dem Vater gegenüber die Ver-antwortlichkeit hatte, gerathen hätte, ihn in eine Cisterne zu werfen.Diesen Rath führten sie Anfangs aus, dann verkauften sie ihn in RöubensAbwesenheit auf Juda's Rath an eine vorüberziehende Karawane,
*) Der hebräische Text Gen. SS, 22 deutet hier eine Lücke an: upov
(vergl. I, S. 104). Den Inhalt dieser Lücke haben DXX erhalten: »a»
") Das. 49, 3 fg. Vgl. Chronik I, 5, 1. Der Satz '>'w> ist dunkel; DXXgeben es durch «Z »vi/Si/g wieder.