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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

tauchten sein Prachtgewaud, mit dem der Vater ihn frühzeitig bekleidethatte, in Blut ein und gaben vor, ein wildes Thier habe Joseph zer-rissen. Jakob's Schmerz über den Verlust seines Liebliugssohnes warherb. Von der Karawane wurde Joseph nach Aegypten gebracht unddort als Sklave an einen der hohen Beamten des Königs von Aegyptenverkauft.

Keinen von Jakob's Söhnen von der Lea stellt die Thora alsMuster auf*)) hebt vielmehr ihre Vergehungen hervor. Rtzuben hattesich durch Schändung seiner Stiefmutter vergangen, Simeon und Levihatten sich Gewaltthätigkeit und Wortbruch an den Sichemiten zuSchulden kommen lassen. Der vierte Sohn von Lea, Jehuda,heirathete eine Kanaaniterin. Die Folge war, daß seine beiden ältestenSöhne aus dieser Ehe, Er und Onan, Sträfliches sich zu Schuldenkommen ließen und jung starben. Von der hinterlassenen WittweT ha mar erzeugte Jehuda in einer nicht sehr keuschen Umarmungzwei Söhne Perez und Ser ach. Dagegen wird Joseph's Lebens-gang ausführlich erzählt und sein sittliches Betragen in der Sklavereiund in der Fremde als nachahmungswürdig empfohlen. Seinemägyptischen Herrn brachte er Segen ins Haus, wie Jakob in Laban'sHaus, und dadurch vertraute ihm jener sein ganzes Hauswesen an.Seine Frau warf indeß lüsterne Blicke auf den schönen hebräischenSklaven und wollte ihn zur Unzucht verlocken. Heldenhaft widerstanddieser aber der Verführung und wurde von ihr bei ihrem Gatten ver-leumdet, als hätte er ihrer Keuschheit zu nahe treten wollen. In denKerker geworfen, erlangte Joseph die Gunst des Kerkermeisters, wiedie seines ersten Herrn und erlangte im Kerker Freiheit der Bewegung.Durch richtige Traumauslegung für zwei höhere Diener Pharao's, seineKerkergenossen, wurde er an den Hof desselben empfohlen, um dessenwirre Träume zu deuten, was die Hofweisen nicht vermocht hatten.Joseph's Vorausverkündigung, daß sieben Hungerjahre auf siebenfruchtbare Jahre folgen würden, traf ein, und dadurch erlangte er einehohe Stellung am Hofe Pharao's und wurde der nächste zum Throne.In Folge der Hungersnoth war auch Jakob wie alle Einwohner Kanaansgenöthigt, Getreide in Aegypten ankaufen zu lassen. Er sandte seinezehn Söhne .zu diesem Zwecke nach Aegypten und zuletzt nothgedrungenauch den jüngsten, Benjamin, seinen Liebling von der Rahel. MitWelcher Zärtlichkeit begegnet ihnen der ihnen unkenntlich gewordeneBruder, der zweite im Reiche der Pharaonen! Vergessen ist sein Leid

*) Der sogenannte Segen Jakob's enthält geradezu Tadelivorte gegen einigeSöhne oder Stämme, so nicht bloß gegen Reuben, Simeon und Levi, sondernauch gegen Jsaschar und Dan.; vergl. B. I, S. 410.