Namen, Israel (der Machtbesieger); Jakob und Israel sind eine unddieselbe Person nach der Erzählung der Thora.
Ermuthigt durch diesen Vorgang, ging er dem herannahendenEsau ohne Zagen entgegen, unterwürfig zwar und mit der aufrich-tigsten Absicht, ihm als ältestem Bruder zu huldigen, aber auch ohneBangen über den Ausgang. Es folgte ein überraschend rührenderAuftritt. Esau, der feindliche Bruder, eilte Jakob mit offenen Armenentgegen, umarmte und küßte ihn. Beide weinten Freudenthränen.Von dem Erstgeburtsrecht war keine Rede mehr; Esau hatte also da-rauf Verzicht geleistet. Er weigerte sich sogar, die Huldigungsgeschenkeanznnehmen, und bot seinem Bruder noch Hilfe an. Jakob's Erst-geburt und die damit verbundene Hinterlassenschaft der Verheißungund des geistigen Segens gehörten ihm also rechtlich an, sie wurdenihm nicht mehr streitig gemacht. Im diesseitigen Jordanland an-gekommen, wollte Jakob sich der ruhigen Beschäftigung mit seinenHerden hingeben, und, um nicht mit den Nachbarn in Streit zu ge-rathen, kaufte er bei Salem oder Silo^) ein Stück Land, um sich daanzusiedeln. Allein er sollte keine Ruhe finden. Seine schöne TochterDin ah wurde von dem Sohn des Herrn der Landschaft Sichem ge-waltsam geraubt und geschwächt. Jakob empfand tiefen Schmerz darüber,aber er hegte keine Rachegedanken. Desto mehr waren seine Söhneüber diese Frechheit empört. Obwohl darauf der Besitzer des Landesfür seinen Sohn Genugthuung anbot und sogar auf die Bedingungeinging, daß dieser nicht bloß die geschändete Dinah heirathen sollte,sondern daß auch sein Volk das Bundeszeichen der Abrahamiden annehmenund sich mit der Familie Jakob's vollständig verschmelzen sollte, daß siezusammen ein einziges Volk bilden sollten, mochten ihre Brüder dennoch dieEhrverletzung, daß ihre Schwester wie eine Buhlerin behandelt wurde,nicht verschmerzen. Zwei derselben, Simeon und Levi, überfielenmit dem Schwerte die von der Beschneidung geschwächten Sichemiten,tödteten die Männer und erbeuteten Frauen, Kinder und Güter. JakobWar über diesen Wortbruch und die Gewaltthat seiner Söhne auj'stiefste empört und sprach eine Verwünschung gegen ihren aufwallendenZorn und Rachedurst aus, die über ihre Nachkommen verhängt werdensollte, daß sie keinen einheitlichen Stammverband bilden, sondern unierden übrigen Stämmen zerstreut und in Abhängigkeit leben sollten").Jede Gewalt und das Zücken des Schwertes auch für eine gerechteSache waren Jakob zuwider. In diesem Lichte will die Thora dendritten Erzvater zeigen. In Folge der Blutthat an den Sichemiten
Z S. B. I, S. 70, Note.