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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

solle*). Viele Tagereisen mußte er zurücklegen, ging mit seinem bloßenStabe über den Jordan und den Euphrat, ehe er Haran, den Wohn-ort seiner aramäischen Verwandten erreichen konnte. Als er in dieNähe desselben gekommen war, erblickte er seines Oheims Labanjüngere, schöne Tochter, Ra Hel, und sofort überkam ihn das über-wältigende Gefühl inniger Liebe. Diese Liebe war so gewaltig inihm, daß er, der schwache Jüngling, einen mächtigen Stein von derOeffnung der Cisterne wälzen konnte, den nur die vereinte Kraft vielerHirten zu bewegen im Stande war ^). Er fühlte, daß Rahel die fürihn bestimmte Lebensgefährtin sei. Die Erzväter empfanden die zärt-lichste Liebe für die Erzmütter, die sie in's Zelt führten. Die Gatten-liebe war der Grundzug ihres Charakters, auch das deutet die Thoralehrhaft an. Laban nahm Jakob freundlich auf, dieser weidete fürihn die Herde, und als Lohn bedang er sich die Hand der Rahel aus.Sieben Jahre diente er um sie und wartete auf sie; aber diese langenJahre kamen ihm wie wenige Tage vor, die Hoffnung verkürzte sieihm 3). Als er endlich, endlich in ihren Besitz gelangen sollte, spielte ihmLaban einen Streich, indem er ihm seine ältere Tochter, Lea, zuführte.Wider seinen Willen mußte er diese, die er nicht liebte, als Frau be-halten, und Rahel wurde ihm nur unter der Bedingung gegeben, daßer abermals sieben Jahre um sie dienen sollte. So kam Jakob ohneWahl und Verschuldung zu einer Doppelehe *). Von diesen zwei Frauenund noch zwei Kebsen, welche ihm die Frauen aufgezwungen hatten,erzeugte Jakob zuerst elf Söhne und eine Tochter.

Mit seinen Frauen und Kindern wollte Jakob nach vierzehn-jähriger Entfernung in die Heimath zurückkehren; aber Laban hieltihn zurück, weil er durch ihn reich gesegnet wurde; die geringe HerdeLaban's hatte sich durch Jakob's treue Waltung und segenspendendePersönlichkeit vervielfältigt^). Auf das Drängen seines Schwieger-vaters blieb er und sollte scheckig geborene Lämmer als Lohn erhalten.Aber sowie Laban die außerordentliche Vermehrung solcher Lämmergewahrte, änderte er den Vertrag mit Jakob und stellte ihm andereBedingungen 6), und zuletzt wurden er und seine Söhne neidisch aus

1) Das. 28, 12 fg.

2) Das. 29, 1 sg.

H Das. V. 20.

*) Offenbar will die Genesis vergegenwärtigen, daß Jakob's Bigamie nuraus Noth entstanden war, daß er, ohne Laban's Betrug, wie Isaak, monogamgeblieben wäre.

b) Das. 30, 2930.