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Geschichte der Juden.
Unschuld waren. So wurde das erste Paar von Gott geleitet underzogen, um stets im Glücke zu bleiben. Um dieses Glück zu behalten,mußte das noch unerfahrene erste Menschenpaar durch eine höhereVernunft angeleitet und erzogen werden. Das erste Erziehungs-mittel war die eindringliche Warnung: sich nicht auf die eigeneEinsicht zu verlassen und nicht selbst zu bestimmen, was gutoder was böse sei, oder in sinniger Erzählungshülle: Gott ver-bot ihnen vom Baume der Erkenntniß des Guten und Bösenzu genießenff. Der Mensch sollte nicht etwa kindisch, unwissendund dumm bleiben — wozu hätte ihm Gott Von seinem Geiste mit-getheilt oder ihn in seinem Ebenbilde geschaffen? — sondern er solltezum sittlichen Wandel nicht den eigenen Verstand als Richtmaß nehmen.Hätte der Mensch dieses Verbot beachtet, so wäre er stets gut undglücklich gewesen. Er übertrat es halb durch eigene Schuld und halbdurch Verführung. Die Klügelei — als deren Bild die Schlange mitihren klugen Augen galt — reizte dazu. Sie wagte sich aber nichtan den ernster denkenden Mann, sondern machte sich an das leichterzu verführende Weib, das ohnehin ein Gelüste nach den schönenFrüchten des Baumes der Erkenntniß empfand. Die Schlangenklugheitwußte Eva zu überreden, daß Gott ihnen nur aus Neid den Genußvom Erkenntnißbaume verboten habe, damit sie nicht ihm gleich würden,das Gute und Böse selbst zu erkennen. Das verführte Weib Eva ver-führte auch Adam zur Uebertretung und zur ersten Sünde. Dienächste Folge war das Schamgefühl, entstanden aus dem Schuldbewußt-sein. Gleich darauf erfolgte die Strafe, als neues Erziehungs-mittel. Das Weib sollte im Schmerz gebären und doch stets zumManne die Neigung haben und ihm untergeordnet sein. Der Mannwurde aus dem Paradiese vertrieben, auf einen anderen Schauplatzder Erde gewiesen, der nicht so ergiebig war, damit er mühseligerarbeiten sollte 2).
Die Thora stellt weiter dar, wie der scheinbar selbstständig ge-wordene Sinn des Menschen, ohne Anleitung und ohne Erfahrungdas Gute vom Bösen unterscheiden zu wollen, oder wie die Fruchtvom Baume der Erkenntniß gewirkt hat. Das erste Meuschenpaar
ff Der Sinn von pn 0,2 npl.n px drückt offenbar diesen Gedanken ans,wie Sprüche 3 , 5 : „verlaß dich nicht auf deine Einsicht." Aehnlich das. 28 , 2 Kb>22 nii :2b- ^212, und als Gegensatz 2b:-' ni- 22222 -sti-n. Dieser Gedankeliegt auch in der Warnung (Numeri 15 , 39 ): 22'np '-mni 0220b '-mn in,1,2 nff:Unter 2b ist das selbstvertrauende Klügeln und unter o-np das Gelüste zuverstehen.
ff S. Note 6 .